Wer wir sind

Wer wir sind

Ich schwebe unter Menschen
Kann meinen Absprung nicht verleugnen
Tanze durch Totenköpfe
Springe in Sirupseen
All das um zu verstehen
Wer ich bin

Wir köpfen die Zeit
Sind gewaltig und frei
Unsre Worte malen Bilder
Singen von falschen Helden
Dinge sind keine Welten
Wohin?

Freuen uns an Fragen
Vermischen Gedächtnis und Gefühl
Schwimmen in Einsamkeit
All das ohne Leid
Nur um zu verstehen
Wer wir sind

JB-12-2016

Ohne Schlaf

Ohne Schlaf

Ich drück mich aus wie ’ne Zitrone.
Nur gut, dass ich hier noch wohne.
Ich halt mich fest an alten Träumen.
Will die gute Zeit nicht versäumen.

Wenn ich dann müde werde,
Wähn‘ ich mich unter der Erde.
Und das Gedankenkreisen,
Will nicht mehr abreisen.

Helden und Monster aufgereiht.
Für Schlaf ist da keine Zeit.
Das Bett hält Sorgen bereit.
Wann bin ich davon befreit?

JB-10-2016

Gartenhaus Schwarz Weiß

Die gute Zeit

Die gute Zeit

Der Tag war da, ich ließ mich treiben.
Das Gestern schenkte neuen Blick.
Um ewig immer fort zu schreiben.
Der Alltag steckt zurück.

Und wenn ich suche, was mich findet.
Das Rad des Lebens wie es Haken schlägt.
Was mich mit eurer Welt verbindet.
Was mir mein Bauch in guten Tagen rät.

Und wenn ich dann verschwinde,
Im allgemeinen Weltgetümmel,
Schnell Wort und Wort verbinde,
Fühl ich mich im Dichterinnenhimmel.

Wie Mascha übers Sterben schreibt,
Und Brecht über den Morgen.
Ich sing von einer guten Zeit.
Vergessen sind die Sorgen.

JB-09-2016

dscn8449

Vergangenheit

Den Kreislauf der Dinge lasse ich los.
Ich überfliege mein Traumland in dem Frieden und Wohlstand herrschen.
Indem keiner herrscht.
Eine Zeitreise würde mich in die Jungsteinzeit führen.
Eine Zeit, in der Frauen säen und ernten.
Ein Zeit, in der Frauen Gemeingüter verwalten.
Eine Zeit, in der alles heilig ist und Gesang und Tanz den Kreislauf des Lebens begleiten.
Weg tanze ich vom Leiden der heutigen Zeit hin zu meinen Ahninnen.
Ich singe Lieder über Glück und Hoffnung.
Das Wort Krieg kennen wir nicht.
Gespielt wird hier, nicht gekämpft.
Getauscht wird hier, nicht gewonnen.
Alles dient Allen.
Und niemand beherrscht die Anderen.
Wird es wieder so sein?

JB-09-2016

Garten

Im Anfang war die Saat.
Mit meiner Familie verknüpfe ich den Garten.
Blumen und Obst und Gemüse.
Schmetterlinge, Kartoffelkäfer und Schnecken.
Früher hatten wir zwei Gärten; einen vor dem Haus und einen auf dem Feld.
Schon früh habe ich gelernt, zu säen und zu ernten.
Schoten gab es und Möhren.
Kürbiskerne habe ich gern geknabbert, genau wie Sonnenblumenkerne.
Meine Eltern kamen von Leipzig aufs Dorf und lernten dort von den bäuerlichen Nachbarn im Mangelland DDR den eigenen Garten sehr zu schätzen.
Im Herbst kochte meine Mutter ein: Gurken, Kirschen und Pflaumen zum Beispiel. Davon lebten wir im Winter, genau wie von den Kartoffeln, die im Keller lagerten.
Die Möhren schliefen derweil unter der Erde und blieben so lange frisch.
Ich denke gern an diese Zeit zurück und jedesmal, wenn ich im heutigen Garten meiner Eltern stehe, fühle ich mich heimisch, obwohl ich sechzig Kilometer entfernt wohne.

JB-09-2016

Das Auge des Sturms

Das Auge des Sturms

Kann nicht weiter als bis Heute.
Das Chaos umfliegt mich.
Kann nicht weiter gehen mit meiner Beute.
Ein Sieg ist unglaublich.

Und doch geh‘ ich los,
Ein Schritt nach dem anderen.
Ich glaube an mein Herzenslos,
Will das Gebirge überwandern.

Ich lebe die Angst,
Ich laufe bis Morgen.
Sag mir: „Du kannst!“
Weg mit den Sorgen!

Nehmt mich nun an die Hand,
Lauft mit mir ein Stück.
So weitergehen mit Glückespfand,
Nie mehr zurück zu verrückt.

JB-08-2016

Auwald Baumstumpf

Zweimalseele

Zweimalseele

Hab‘ Dich gesehen, bin aufgestanden,
Raus aus dem Müll der Worte.
Nehm‘ Dein Lächeln mit an viele Orte.
Meine Maske ging abhanden.

Fühl‘ nun alles und auch Dich.
Schaust mich an wie Sonnenschein.
Herz in der Hand, so geh‘ ich heim.
Gestern und Morgen verbünden sich.

Doch ich lauf‘ den Weg der Sorgen.
Mein Kopf gewinnt den stillen Kampf.
Nicht mehr geschützt, steht unter Dampf.
Muss mir bei Freunden Hoffnung borgen.

Hin und her, das Rad dreht sich so schnell.
Will mich sammeln und neu erfinden.
Lieder singen, die von Liebe künden.
Trinken aus dem Feuer-Quell.

Hand in Hand den Weg beschreiten,
Tag und Tag zusammen leben.
Willst Du mir Dein Zeichen geben,
Die Kopfgespinste so vertreiben?

Es bleibt dabei, ich schau mich um,
Seh‘ Paare oft und überall.
Manchmal ist Liebe wie ein Fall.
Was soll’s, ich scher‘ mich nicht darum.

JB-06-2016

sonnenuntergang

Unplanbar

Unplanbar

Ich bewege mich auf Wolkenblättern
Will diese Mauern zerschmettern
Die Zeit reißt Wunden
Ich atme Sekunden

Erklimme diese Wörterschicht
Sag meinen Dank und das schlicht
Umfasse den Gewitterraum
Kämpfe für den arglosen Traum

Solange ging es gut
Jetzt packt mich die Wut
Jetzt will ich begreifen
Und an meinen Tränen reifen

Kommt Zeit kommt Rat
Ich freue mich auf die nächste Tat
Meine Wünsche, mein Geschick
Brich mir nicht das Genick

Es lauert das Glück auf der Stufe
Wenn ich nach Dir rufe
Wenn ich mich verwandle
Und im besten Sinne handle

JB-05-2016

Rotkehlchen Auwald

Erinnerung

Erinnerung

Ein Vorhang fällt, Vergnügen oder Last
Ich bin zurück in alten Tagen
Kann es manchmal nicht ertragen
Wie viel Erinnerung mein Kopf fast

Gesunde und kranke Stunden
Eine Hauch, der mich um weht
Ein Mensch, der schon geht
Den schweren Weg überwunden

Der Frühling ist wieder da
Ich sehe Blüten am Baum
Und baue Hütten im Traum
So Vieles ist mir wieder nah

Neue Pfade schreite ich entlang
Nehm‘ auf und in Kauf
Das Leben nimmt seinen Lauf
Halte dem Zukunftssturm stand

JB-04-2016

 

Burgruine Liebenstein schwarz weiß

Dein Stummes Wort

Dein Stummes Wort

Dein Stummes Wort, es reicht mir nicht.
Genug hab ich vom Schatten lieben.
Will jetzt endlich meinen Kopf besiegen.
Es ist der Bauch der Wahrheit spricht.

Der Schein am Ende dieses Tunnels,
Ein Spiel wie Wahrheit oder Pflicht.
Und langsam, langsam seh ich Licht.
Mein Herz, nicht mehr der trock’ne Fels.

Und wenn ich liebe, wenn ich darbe,
Siehst Du mich an, freundlich und warm.
Tust mir gut, was ist dir widerfahren?
Mein Gesicht verliert die Farbe.

Was, wenn wir uns verlieren?
Deine Hand mein größtes Gut.
Wie Deine Nähe mir gut tut.
Wie uns’re Augen uns zieren.

Was ist der Lohn für dieses Fühlen?
Ich bäum mich auf,
Nehm Furcht in Kauf.
Will Hoffnung in mir spüren.

Ein neues Lied in meinem Mund.
Ein neuer Pfad lenkt meinen Schritt.
Begegne Dir, komm aus dem Tritt.
Machst meine Welt erst rund.

Ein Zauber liegt in meinem Wunsch,
Dir nah und gut zu sein.
Sind anders, fast noch rein.
Trink gern diesen Liebespunsch.

JB-04-2016

Waldweg Schwarz WEiß

Grün

Grün

Ich ziehe meine Kraft aus frischem Grün,
Ich wähle meine Worte mit Bedacht.
Der Holunderbusch gibt auf mich acht.
Und über allem weiße Wolken ziehn.

Ich wandle auf verträumten Wegen,
Nehm alles in mich auf.
Die Natur zieht ihren Degen,
Der Jahreskreis nimmt seinen Lauf.

So wie der Baum nach Regen grünt,
So öffnet sich mein Herz in neuer Milde.
Die Seele hat den Winter schon gesühnt,
Reih mich ein in die Frühlings-Dichter-Gilde.

JB-04-2016

Auwald Waldweg

Stufen aus Angst

Stufen aus Angst

Stufen aus Angst
Jeder Stein meine Furcht
Neugier versteckt sich in den Schatten

Panik über mir
Die gute Zeit, die wir hatten
liegt am Boden, die Seele gefriert

Ich werde weitergehen
Steige hinauf in den Himmel
Dort dann ein Engelsgewimmel
Habe die Angst gegen Einsicht getauscht.

JB-04-2016

Glockenblumen

Schlag

Schlag

Tief gesunken ist der Uhren Schlag,
Nur um mir weh zu tun.
Will jetzt endlich ruh’n.
Morgen kommt ein neuer Tag.

Voller Leben meine Hoffnung,
Träum‘ den großen Traum.
Meine Liebe ist ein Raum,
Morgen kommt Heilung.

Krankheit ist nicht mein Weg.
Schlage Haken,
Ford’re Taten.
Sonne zeigt mir den Steg.

Glanz und Gloria.
Ford’re Schatten auf zu gehen.
Werd jetzt über allen Teufeln stehen.
Ich bin ganz nah.

JB-03-2016

Tuer schwarz weiß

Ziel

Ziel

Tiefen ausgelotet
Dämmerung
Regen am Hang
Ich allein

Erde zu meinen Füßen
Pausenlos erschüttert
Wach und harmlos
Nur ich weiß das

Geblendet sein
Hoffnung hegen
Selten offen
Schales Licht

Reife und Selbstachtung
Hohes Ziel
Verwesungsstadium
Will ich zuviel?

JB-02-2016

Volk und Flucht

Volk und Flucht

Türen zugeschlagen.
Abendland gewaltig und drohend.
Was sie alle zu sagen haben,
Klingt nach Gewalt, Vernichtung, verrohend.

Wenn wir unter Brücken schlafen,
Trifft uns selbst die harte Hand.
Wehe, wenn wir Hunger haben,
Flüchten in ein anderes Land.

So viel Angst und Hass und Eifer,
Rufen sie nach alter Härte?
Tiere scheint es, Maul mit Geifer.
Wo sind nun die Kant’schen Werte?

Freiheit, Frieden und auch Wohlstand,
Mitbestimmung, sicher Wissen.
Grenzen machen noch kein Land.
All das sind Werte, die wir schützen müssen.

Schützen müssen wir auch Leben,
das hier bei uns Zuflucht findet,
Vor der lauten, braunen Meute,
Die alte Mär jetzt neu verkündet.

Ich kenne keinen Krieg.
Ich kenne keine Not.
Doch was ich sehr gut weiß:
Wir sitzen alle im selben Boot.

JB-02-2016

Pläne schmieden

Pläne schmieden

Voran, den Sinn im Blick
Keine Qualen mit Geschick
Will baden in Zuversicht
Endlich vorbei der Verzicht
Will hoffen und scherzen
Nieder mit den Seelenschmerzen
Die Arbeit ruft
Ich geh ihr nach
Weg ist der Schuft
Neu ist der Tag

JB-01-2016

Doodle Blume

Glanzlichter

Glanzlichter

Die Welt dreht sich weiter,
Egal wie ich mich fühle.
Die Welt dreht sich weiter,
Egal in welchem Haufen Leid ich grad wühle.

Da kommt das Glück getanzt,
Fühl mich auf einmal wohl.
Da kommt das Glück getanzt.
Alles Reden scheint hohl.

Umarme meine Freunde,
Wir wünschen uns Gesundheit.
Umarme meine Freunde,
Die Zeit legt ab das alte Kleid.

JB-12-2015

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Verschluckt

Verschluckt

Hab mein Gefühl verschluckt,
Ging meiner Wege.
Hab Worte ausgespuckt,
Lügen so träge.

Verzicht auf Küsse,
Keine Berührung mehr.
Kenn keine Lüste,
Hallo, das fällt schon schwer.

Frühling muss kommen,
Öffnet meine Seele.
Will wild mich verlieben,
Niemand weiß, wen ich wähle.

JB-12-2015

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