Traumsegen

Traumsegen

Tänzerischer Geist,
der mich im Nu erreicht.
Mir die Namen meiner Liebsten ins Herz schreibt.
Den Wundern meine Richtung zeigt.

Und hier nun ein Zauberwort:
„Finde deinen Traumsegensort.
Dem eine Macht innewohnt.
Wo die pure Freude thront.“

Träumerisches Ganzes,
Heilt während des Tanzes.
Wunden befreit,
Brot geteilt.

Segen für das Nah und Fern.
Ich denke ohne Grenzen und das gern.
Ich lerne dies neue Fach.
Ich handle dem Spüren nach.

Wechsle zwischen Tag und Nacht,
Bin Zeugin der letzten Schlacht.
Geh mutig vor die Tür.
Ich danke dem Leben dafür.

Zauber wohnt den Worten inne.
Erfahrung, die ich täglich gewinne.
Vollkommen steht nichts geschrieben.
Sätze in den Fels getrieben:

„Verlange alles von der Welt,
Doch achte das von dir bestellte Feld.
Gewinne Freunde, nicht den Sieg,
Sei sanft und ehre, was dir lieb.

Der Wandel ist alltäglich,
Das Festhalten kläglich.
Die Wünsche wachsen dir im Traum.
Ihre Frucht reift nicht am Baum.“

JB-11-2017

Regenbogenschmiede

Regenbogenschmiede

In meiner Erinnerung
Schwankt das All
In meinem Herzen
Kocht das Blut
Versuch es erneut
Und komm zu Fall
Das schürt die Glut

Ich bin hexenfrei
Weiß von magischen Orten
Ich bin seelenoffen
Kreise um andere Menschenbilder
Quell der Einsamkeit versiegt
Such nach passenden Worten
Male unverhoffte Schilder

Dampf steigt auf
Sonnenstrahlen tanzen
Die Farben teilen sich
Der Wind trägt Stille
Regenbogenschmiede
Beglückt die wilden Pflanzen
Stark mein neuer Wille

JB-11-2017

 

Treibgut

Treibgut

Symptome abgeschaltet,
Seele verwaltet.
Worte schallen,
Sie verhallen.
Akten sichten,
Köpfe ausrichten.
Warten und sich quälen,
In stummen Sälen.
Voller Diagnosen.

Das bedeutet Krank,
Öffnet den Medizinschrank.
Helfen müssen,
Mit festgeschriebenen Schlüssen.
Doch da ist kein Leid,
Der Raum wird weit.
Das nächste Kleid,
Hexenmaid.
Flieht vor dieser Welt.

Warum der Schimmer der Gedanken,
Mir hilft nicht mehr zu wanken?
Warum mein Herz sich weitet,
Keinen Kummer mehr verbreitet?
Warum mein Geist mir Worte sagt,
Nicht mehr das schwere Los beklagt,
Sich auf neue Wege wagt,
Schwierige Fragen fragt?
Zuversicht

Verstand, Körper und Seele,
damit ich nichts verfehle,
wenn ich dies Bild wähle:
Segel, Boot und Wasser,
Die Umnachtung macht das blasser.
Was davon leitet mich?
Was umkleidet mich?
Was beschreibt mich?
Was davon kann brechen?

Ein Los ist da es einzusetzen,
Was hilft es sich den Wendungen zu widersetzen?
Mein Segel will Wind,
Tanzt wie ein Kind.
Mein Boot will Wellen,
Begreift die Stromschnellen.
Der Wasserfall,
Bedeutet Zerfall.
Ich bin Treibgut.

JB-11-2017

Ruheraum

Ruheraum

Ich gehe manchmal einen Weg, von dem ich weiß, dass er nicht meine Bestimmung ist und werde geführt an einer Leine der Versuchung durch Länder des Stillstandes.

Dabei sind da Orte der Besinnung, die meist Orte des Schreibens sind.

Beim Schreiben besinne ich mich auf die Zeit, verbinde Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges. Knüpfe einen Flickenteppich, den ich dann in mein Zimmer hänge und Traum vergessen betrachte, wenn Muße ist, wenn die Muse gegenwärtig ist.

Und was ist Gegenwart für mich? Der Moment – ausgekostet. Zur Ruhe kommen im Augenblick.

Wenn dann die Fragen aufkommen, die mein Selbst mir aus den Tiefen meines Bewusstseins heraus stellt, dann will ich mich diesen stellen: Was will ich? Wer bin ich? Wohin leitet mich mein Weg?

Ich will meinen Willen begreifen. Ich will mein Schicksal in die Hand nehmen und im Sein die Tat finden, die mich sein lässt. Auf das ich bin und weiter werde, was ich bin.

Ich bin ein Bewusstsein unter vielen, das sich dessen bewusst ist, dass es ist. Unter Sternen wandle ich auf der Suche nach mir selbst. Im Kreis gehen oder ruhen, Spiegelbilder suchen oder sich finden. Mir begreiflich machen, wer die Hände führt, die dies schreiben.

Schreiben ist ein Weg zur Selbstfindung, ja. Nicht für Geld, nicht um Zeit totzuschlagen schreibe ich. Ich schreibe den Tag, ich schreibe die Nacht, ich schreibe die Zeit in meinem Leben fest. Erinnerung in Worten festgehalten, um zu umfassen, was mir geschieht und was ich geschehen lasse. Doch wohin wird mich das führen?

Oft habe ich Anleitung gesucht für den „richtigen“ Weg, das „richtige“ Leben. Doch jedes Leben ist wertvoll, wie auch immer wir es aushalten oder ausgestalten. Sobald mir ein Mensch aus seinem Leben erzählt, höre ich zu und lerne; höre ich zu und lebe. So sind wir für uns gesehen Lehrende und Lernende des Lebens und unsere Fehler retten andere, die Fehler machen, die uns retten.

Erfahrungen machen uns aus. Fehler machen uns aus. Siege, Niederlagen – einfach Versuche.

Neugier auf das Kommende ist die Triebfeder. Meine Füße laufen und erfassen dabei die Beschaffenheit des Bodens, die Augen sehen und die Ohren lauschen. Das Rauschen in meinem Kopf. Das Leben hinter meinem Leben. Es ist eine Ohnmacht, die mich schreiben lässt. Was immer Muster wird; aus diesem Rauschen heraus geboren, was immer wird aus diesem Schreiben.

Sinn finden aus der Wahrnehmung heraus und alle Form will Gestalt werden.

JB-10-2017

Dazwischen

Dazwischen

Die Stimme einer Göttin,
Versucht mich zu wecken.
Will mich davor verstecken,
Seh‘ darin keinen Sinn.

Diese Welt ist doch so wage,
Die Menschen so nüchtern.
Wie wir uns in Süchte flüchten,
Wie ich an meinem Selbst schwer trage.

Keine Magie gefunden,
Nicht in Liebe noch in Vergebung.
Der Nichtigkeit Ehrung.
An Logik mein Leben gebunden.

Da bricht es hervor,
Das Gefühl, da ist mehr.
Die Einsicht so schwer,
Ein noch geschlossenes Tor.

Da ruft sie wieder,
Tanzt auf den Hügeln.
„Sollst dich nicht fügen,
Schreib auf meine Lieder!“

Auf dem Grat zu wandeln,
Balance zu finden zwischen Welten.
Wie sonst meine Sinne mich schelten,
Das Dazwischen lässt mich handeln.

JB-10-2017

 

Sinneswahr

Sinneswahr

Das Vernehmen ist nicht einvernehmlich
Die Sinne selektiv
Was ich spüre ist Raum
Was Du erfährst ist Enge

Auftrieb und Abrieb der Gedanken
Stille ist selten
Der Vorwand zu Hören
Ein neues Lied

Gehen, Steinchen unter mir
Der Fuß sprüht Funken
Schwimmen, eingehüllt
Mein Nächster berührt

Nebenbei oder einzig schmecken
Ersatz für so Vieles speisen
Auf Reisen Würze entdecken
Erinnerung an Münder

So müde meine Augen
Hab so viel gesehen
Ohne aufzunehmen
Der Traum zerrt an mir

Trau dich zu tanzen
Spür dem Schwingen nach
In Umgrenzung aus Körpern
Musik durchdringt

JB-10-2017

Lebenswege

Ist das Du Gefahr geworden?
Schräg lachen Dächer mir entgegen
Wohn an viel bewachten Orten
Schmutz und Unrat auf Lebenswegen

Doch die Angst, die wohnt in mir
Drückt sich aus in leisem Wort
Wie ich im Gang gefrier
Gedanken sind fort

Die Glocken läuten mich dann wach
Spür wie ich immer weiter geh
Mein Haar ein schützendes Hausdach
Neu und gierig wie ich mich umseh

Mein Stolz verrät kein Drohen
Mein Wahn liegt in Eiswasser
Will mein Erleben schonen
Das macht das Beben umso krasser

Kann nicht flüchten
Kann nicht vergessen machen
Kann nur weiter verdichten
Verse aus dem Dreck scharren

Beweis, dass es Dich gibt
Verrat mir ein Wunder
Wer heute mit Kraft liebt
Macht die Welt ein Stück bunter

JB-09-2017

 

 

Gedankensprünge

Gedankensprünge

Ein Feld aus Gedanken
Celan ist clean
Und ich Suche Antwort
In der Schrift
Vollkommenes Schweigen
Rat auf Rad
Erweitertes Ich Du
Hohles Einzel
Magisches Ganzes
Die Karten hoffen
Auf Morgendlichen Tanz
Identität gekrümmt
Versagen gemeistert
Spiel gespielt
Zerrspiegel Ich Raum Du

JB-09-2017

 

 

Revolution Gefühl

Revolution Gefühl

Liebe in Zeiten der Sucht
Hass in Zeiten der Vernetzung
Alle bevorzugen Flucht
Träumen in alter Besetzung

Wenn das Haus der Kälte Zuflucht scheint
Der eigene Name verschwimmt
Die Neuigkeit über Geschichte schweigt
Die Wut alle Sorgen nimmt

In meinem Inneren kein Streit
Der lacht in gewohnten Straßen
Bin zu Vielem bereit
Und von Häme nicht zu fassen

Revolution auf meiner Seite
Mit Worten Laut und Leis
Vor mir die grausame Weite
Alles hat seinen Preis

Verloren hetzen leere Münder
Bis Erde sie füllt zuletzt
Für sie ist immer Winter
Mein Gesicht mit Frühlingstau benetzt

Und Liebe eine Traube
Von der ich pflücke was ich will
Will unter keine Haube
Ehre das Wir-Gefühl

Wer hofft, der leidet.
Ja, das stimmt.
Doch wenn man alles meidet.
Die Zeit schnell verrinnt.

Dann schaut man auf die Uhr
Die Zeiger stehen still.
Dann hört man nur:
Ich tu was ich will.

Ich schreibe Blumenwiese
Ich lebe Jahreszeiten
Ich leide und genieße
Und male mit Straßenkreiden

Geborgen, ausgeliefert
Lachen, weinen, tanzen
Der Neid flieht geteert und gefedert
Will jeden Tag Bäume pflanzen

JB-08-2017

 

 

Es geht anders

Der Durst kommt in Plastikflaschen.
Das Geld landet in tiefen Taschen.
Der Verkehr kollabiert.
Schon mal nen SUV ausprobiert?
Psychopathen führen Banken,
Niemand weist sie in die Schranken.

Und wer sagt: „Es geht anders“,
Der hat hier keinen Spaß.
Und wer sagt: „Es geht anders“,
Dem geben sie Knüppel und Tränengas.

Hass bremst die Massen.
Doch rennt die Wut auf den Straßen.
Die paar Reichen reichen sich die Hand,
Bilder davon setzen Welten in Brand.
Ihre Münder sprechen Lügen,
Wer wird sich dem treudoof fügen?

Und wer sagt: „Es geht anders“,
Der hat hier keinen Spaß.
Und wer sagt: „Es geht anders“,
Dem geben sie Knüppel und Tränengas.

Vorurteile wie Mauern abreißen.
Menschen willkommen heißen.
Freiräume halten und gestalten
Wissen teilen und Wesen entfalten.
Städte und Dörfer besetzen.
Mit Rädern die Spuren wechseln.

Und wer zeigt: „Es geht anders“.
Der beweist, jede_r kann das.
Und wer zeigt: „Es geht anders“,
Braucht nie mehr einen Pass.

JB-07-2017

 

 

Wunschlieder

Auf Wiesen und in Wäldern
Da finde ich Ruhe
Mein Geist mischt sich mit Fabelwesen
Wild wird mein Traum
Frei mein Körper sich zu strecken
Wie die Bäume in den Wind zu wachsen
Gehen auf schmalen Achsen
Dem Wesen zu, das ich immer war
Und bar mein Fuß im Fluss des Lebens
Da und wahr
Einzig
Klare Worte für mein Gegenüber
Reisen auf einer Panflöte
Lachend, vorausschauend und frei
Der Wolkenbruch geht vorbei
Ich find mich wieder
Sing dabei
Wunschlieder

JB-06-2017

 

 

 

Frau Holle

Frau Holle

Treibst ohne Zeit im Lebensfluss umher,
Die Worte, die du sprichst bedeuten Segen.
Kein Herr, ein Heer der Toten nennst du dein,
Schenkst Rat den Frauen, das bedeutet Leben.

Gesponnen und gelenkt der Schicksalsfaden,
An deiner Hand werden wir groß und alt.
Wenn wir Verdruss und Mühe auf uns laden,
Schenken wir uns gegenseitig Halt.

Verwandelst einen See in eine Kinderstube,
Der Brunnen wird zum Tor in deine Welt.
Die Seelen feiern Neubeginn, Mädchen wie Bube.
Dein Handeln uns bewusst und wach erhält.

Um diese Welt zu schaun und zu bewandern,
Um gut und rein im Angesicht des Wahns zu sein.
Mein Herz schenke ich gerne einem Andern,
Wenn neues Leben sprießt in deinem Hain.

JB-12-2016

Tauchgang

Tauchgang

Mein Boot steht unter Wasser
Tauchen und überleben
Will mich aufs Ganze hingeben
Wittere Heilung

Wenn er sich zeigt
Wenn ich mich verliere
Herzen aufgereiht
Ahne, dass ich nicht mehr friere

Rutsche die Erde hinab
Und sehe Schattenwälder
Verneine die Blutgelder
Verliere meinen Stab

Und wieder tauche ich
Sehe den Schatz
Und wieder wildere ich
in meinen Eingeweiden

Will mich so scheinbar verkleiden
Wandere auf Sonnenwegen
Füttere alte Seelen
Umschließe meine Weiden

Wenn ich mich umarme
Mich wähle und andere umsorge
Mir Liebe und Hoffnung borge
Tanze für volle Säle

JB-05-2016

Vergissmeinnicht

Selkie

Selkie

Perlen aus Licht
Rufen die Gischt
Geh ihnen nach
Wird es mein Grab?

An Land gespült
Wortlos verwirrt
Hab viel getanzt
Mein Fell noch voll Glanz

Steinerne Helden
Geseh’n nur noch selten
Flieg mit den Eulen
Mein Lied wird viel bedeuten

Du hältst mich hier zurück
Will doch nur dein Glück
Die Wellen rufen mich
Es ist vergeblich

JB-03-2016

(nach „Die Melodie des Meeres“)

Mars

Mars

Venus liegt über Schatten gebeugt in meinem Innern wie Blei
Ich bin nicht bereit zu vertrauen
Wenn ich mich öffne, fließt Asphalt auf meine Seele
Gebratenes Fleisch mag niemand zu berühren
Teure Überwindung auf Flächen aus Katzenköpfen

Neuer Mond, Aufbruchstimmung
Ich gehe unter an Deiner Hand
Niemals wirst Du mich berühren
Hab Angst vor dieser Wahrheit
Kann doch Deine Nähe spüren

Gewundener Pfad der Liebe
Fuchs und Schlange in meinem Leib
Quell des Versprechens über mir
Verbleibe in Träumen gefesselt
Treu Deiner Seele, lache ich bis zum Morgengrauen

Venus in mir, Du spielst Mars
Keuschheit hat nichts gebracht
Rat und Suche, Stimme und Gebahren
Zuflucht im offenen Haus
Leise begebe ich mich hinab in die Strömung

JB-02-2016

Auwaldweg schwarzweiß

Blue

Blue

Another velvet morning
High above the multilingual sky
Stars speak to me
My answer is goodbye

I told you not to worry
I told you to speak true
I’m in an endless hurry
My thoughts are blue

If love is not the answer
If life is just to try
I dance with a thousand devils
My heart it wonders why

The cards I draw they whisper
My fate’s behind this door
I open it
And what I find is more

More dreams and paths and wonder
And more of a loving kind
Tomorrow is a question
The treasure is here to find

JB-02-2016