Sonnenfall

Sonnenfall

Der Sog ist weg
Nun Freier Fall
Auf die Sonne zu
Meinen Ewigen Begleiter
Ich werde um sie kreisen
Mich erheben aus Asche
Auf bittere Kerne beißen
Um am Ende laut zu lachen

Mein Herz gehört keinem
Meine Seele offen und frei
Wer sie hält, mir einerlei
Ich laufe mir selber treu
Der Zeit davon
Im Hier und Jetzt angekommen
Das Blut auf meinen Knien
Geronnen

Narben sammle ich wie Platten
Beim Laufen schon ankommen
Der Himmel schlägt Wege vor
Mit Sternen oder Wolkenformationen
Kein Deut laut doch gnadenlos offen
Wolkenbraut hat immer schon getroffen
Will honigsüß und bitter lächeln
Mir Sternenglitzer in die Haare fächeln

JB-01-2018

 

Tunnelblick

War so schön in Dunkelheit
Gefiel mir, war mir Eitelkeit
Nun fällt das Licht auf meine Haut
Hab wieder nur auf Sand gebaut

Seh diesen Glanz in weiter Ferne
Da wär ich gerne
Vorbei an dem was Nähe und Pein mir verhieß
Schnell raus aus dem Pansverließ

Eine Kerze find ich vor
Und ein noch verschlossenes Tor
Ich tauche eine Hand in meine Taschen
Nehm den Schlüssel will einen Blick erhaschen

Öffne das Tor und seh nur Pflicht
Kür verdorben im Sonnenlicht
Gaben der Unterwelt von denen ich nicht esse
Da ich sonst meine Scham vergesse

Zurück am fremden Ort
Allein im Krähenhort
Ein Spiel lenkt die Augen
Töne die Angst rauben

Ein Seil gespannt durch den Raum
Ich geh darauf wie im Traum
Vertrau mir: Was ich sagen möchte
Der Berg sieht im Propheten auch das Schlechte

Die Nacht beglänzt von Sternen ist mein Haus
Der Tag von Sonne erwärmt ist meine Flucht
Wenn Augenblicke werden wie eine Sucht
Dann wird das Spiel zum Graus

Nun tanze ich den Spott aus meinen Sachen
Und singe meine Worte mit Bedacht
Was wir am Tage miteinander machen
Bleibt dunkel, was gefühlt wird zeigt die Nacht

JB-01-2018

Tand und Tempel

Farbband ohne Sinn am Firmament
Eine Spur, die Hitze in den Himmel brennt
Ein Feuer, das mich nicht wärmt
Ein Käfer, der nur andere umschwärmt

Ein Lächeln ist alles, was Du verschenken willst
Wie Du meinen Hunger niemals stillst
Fühle mein Fühlen jetzt erkalten
Kann nicht mal mehr Deine Güte im Gedächtnis halten

Mein Zugewinn, ich gehe and‘re Wege
Bau mir am Wasser neue Stege
Und fische Menschen mit meinem Herzen
Brenne oft noch an die alten Kerzen

Sandburgen hab ich oft schon mit gebaut
Sah mich doch nie als eine Braut
Keine Flucht ohne Fänger, doch das macht
mich nicht zur Jägerin in der langen Nacht

Ich träumte Liebe in Dein Herz
Ich schrieb mich ein in Deine Augen
Hab mich geirrt und all der Schmerz
Schmeckt lange nach wie bitt‘re Trauben

Ein bares Gut, wie wir die Liebe suchen
Uns töricht übers Gras erheben
Und dann zusammen Flüge buchen
Die Sonne sinkt vor uns wie unser Leben

Dann wieder neu und wieder gleich
In Dunkel getaucht und doch so leicht
Im Flimmerglitterliebesland
Ist Liebe Tand.

Zuviel: Ich tauchte ab und fand
In meinen langen Träumen
Ein grenzenloses Land
Wo Blumen kurvige Wege säumen

Tempelberg auf einem Hügel
Nichts wird dort geopfert
Und ewig floss der Strom Gefühl
Wo mein Ruf wird oft erhört

Will dieses Land nun ehren und entsagen
Der Macht, die mich in diesem Nebel irreleitet
Das Leben einer Nonne will ich planen
Und hoffen, das der Traum auch andere begleitet

Erwachen will ich und Geträumtes finden
In meiner Zeit an diesem Ort
Mich mit den Seelen anderer verbinden
Kommt Zeit, kommt Tat. Bis dahin halt ich Wort.

JB-01-2018

Begegnungen 2

Begegnungen 2

Ein Kreis wird zur Kugel und umkreist einen Feuerball. Bewegt sich jede Sekunde durchs All. Trotz dessen ich auf dieser Kugel wohne, immer in Bewegung: Ich sehne mich nach Ruhe. Bin so träge wie der Klotz, der im Physikunterricht vom Modellauto fällt, das plötzlich bewegt wird. Kurz bevor das Universum wieder implodiert werde ich diese Ruhe finden, wie auch immer meine Moleküle dann organisiert sind. Bis dahin heißt es weiter bewegt werden.

Vom gleißend schwarzem All zum Alltag. „Wir sind alle Sternenstaub.“, so heißt es. Und auch Sternenstaub steht morgens auf und geht zur Arbeit. Dabei passieren kleine Abenteuer. Ich begegne alten Feinden und neuen Verbündeten. Aus mir mache ich ein Alien, das die Welt mit dem sechsten Sinn er-spürt und ich er-trage Blicke, die durch mich hindurch gehen hin zur nächsten Ampel, zum nächsten Geschäft. Als wäre ich kein Ich, als wäre da kein Selbst.

Sternenstaub wir alle. Und daraus eine Geschichte. Ich begegne Menschen wie eine Außerirdische. Ich habe jeden Moment Angst etwas Komisches zu sagen oder etwas „falsch zu machen“. Ich blicke hinunter auf den Bordstein neben die Person zu ihrem vierbeinigen Begleiter und endlich darf ich lächeln.

JB-11-2017

Kammerflimmern

Kammerflimmern

Heiligenschein geboren
In meinem Innern fehlt etwas
Warten macht keinen Spaß
Reinheit geschoren

Der Trug scheint in mir
Gefühle ein endloses Fass
Allein bin ich, weil ich dich gehen lass
Wahrheit nicht nur eine Tür

Grade aus ist zu einfach
Zusammen zu utopisch
Die Wangen immer frisch
Wenn ich mich aus lach

Und trödeln ohne Stand
Vergib mir meine Gaben
Nichts und alles Haben
Im All deine Hand

Geborgen im Freundeskreis
Geschlagen von Augenlicht
Ein Wort das Schweigen bricht
Ein Blick zum Beweis

Wenn morgen die Wahrheit gewinnt
Du meinem Blick standhältst
Nicht mehr den Sorgen verfällst
Bin ich wieder Sonnenkind

JB-05-2017

 

 

Die Guten

Die Guten

Zwei Kerne in einer Nuss,
Oder leere Hülle.
Wenn ich auf Dich zugehe
Und ich entdecke Neuland.
Wenn ich Dich beim Namen nenne
Und Du Dich auflöst.

Verlust lässt träumen.
Sich aufbäumen.
Keine Frage, bereit für die Guten.
Science Fiction oder Fantasy.
Lässt sich nicht vermuten, erraten nie.
Will schreiben, bleiben, gesehen werden.

Wenn es Dich gibt,
gemalt in Morgenstunden.
Gib mir nen Tipp.
Was hast Du in mir gefunden?
Die Sonne bindet uns ans Licht.
Einfach ist das nicht.

JB-01-2017

Ein Tag für mich

Ein Tag für mich

Allein auf breiten Straßen gehen,
Die Sonne wärmt die Glieder.
Seh‘ Leute, wie sie anstehen,
Geh‘ vorbei, denk mir Lieder.

Gönn‘ mir Zeit und gönn‘ mir Licht,
Schenk allen mein Lächeln.
Getan ist die Pflicht,
Such Ruhe an schmalen Bächen.

Dann setz‘ ich mich und schreibe,
Mein Herz will sich auftun.
Wie ich still für mich bleibe,
Wie die Gedanken endlich ruh‘n.

JB-12-2016

Wald und Wüste

Wald und Wüste

Mein Herz wächst im Wald zu einem strahlend-schönen Baum.
Mein Herz verbrennt in der Wüste.
Ich suche den Schatten und treffe da die Maus und dort die Schlange.
Ich dürste und trinke aus der Quelle, die alles speist und tränkt, die Überfluss schenkt.
Ich dürste und treffe bei den Palmen auf einen tiefen Brunnen.

Unter Bäumen finde ich nicht die Beschränkungen, die in der Weite von Sand und Wind zu finden wären.
Sind aber nicht auch Grenzen wichtig für den Geist?
Ich würde mich anpassen, würde mich aufs Nötigste zusammenfassen.
Mich neu entdecken, gebrannt wie Ton unter der Sonne.

JB-11-2016

Das Bunte Treiben

Das Bunte Treiben

Ob unter Menschen oder so für mich,
Ich spüre Leben aus allen Ritzen sprießen.
Die Zeit berührt mich sommerlich,
Seh‘ das Bunte Treiben mich um fließen.

Manchmal wird es mir auch zu viel.
Ich geh ins Haus; fang‘ an zu schreiben.
Wie für jeden Dichter beginnt das Spiel,
Was ich erlebt in Sätze um zu kleiden.

Die Kinder sehen alles neu,
Die Alten fragen viel.
Und alle geh’n heut ohne Scheu
Zusammen zu aufs Ziel.

Ich lass mich treiben, wie die Saat,
gestreut ins weite Feld.
Ich lobe mir so sehr die Tat,
Wenn sie Versprechen hält.

Ob Wald, ob See, ob Innenhof,
Die Leute halten Hitze aus.
Kalt wird es bald, so meint der Philosoph.
Heut macht sich niemand was daraus.

Ich halte hier den Hof der Worte.
So wie ich bin, verhöhne meine Fehler.
Mein Herz kennt viele schöne Orte,
Mein Kopf spielt in Gedanken den Erzähler.

JB-06-2016

Badesee mit Strand

Schicksal

Schicksal

Schicksal verwirrt mich mit Schattenbildern.
Kann nicht umhin, unten zu sein.
Sonnenschein macht Schatten stark,
So stark, dass ich fluchen muss,
Um noch bei mir zu sein,
Um mir selbst zu helfen.

Kann nicht umkehren,
Da ist nichts zu dem ich fliehen könnte.
Doch nach Vorn muss ich gehen,
Immer das Gute im Blick.

JB-04-2015

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Noch ein Tag

noch ein tag

wie ich blende
gerade wieder meine phasen wende
wie ich gaunere von ihnen
diesen menschen
wie ich ziehe, drücke, schubse
mich selbst über den tag

das meer scheint mir weit
mein leid scheint so nah
warum?

wenn ich doch gründe hätte
wenn ich doch gründe hätte

und wieder doch ein tag
die sonne hilft
der mond wandelt sich mit mir

und wieder noch ein tag
sie helfen mir

JB 10-2014

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Reisende

Reisende

Wie wir uns bewegen
Vor- und rückwärts in der Zeit.
Erinnern uns an Morgen
Und tragen jenes Sternenkleid.

Ein Kubus und zu heben.
Ein Kreis uns zu umschließen.

Ein Baum uns zu beleben
Umkreist von Sonnenfliegen.

JB 2014-08

(in Anlehnung an den Film „The Fountain“ von Darren Aronowsky)

Weltenbummel

Farbenspiele

Farbenspiele

Wenn der Himmel schwarz
herunter tropft auf meine Füße,
hab‘ ich ihn zuvor angemalt
mit meinen Sorgen.

Wenn Sonne scheint
in meine Fenster,
ist das die Hoffnung,
auf ein heit’res Morgen.

Wenn all mein Fühlen Farbe ist,
so mal ich oft mit schwarz und blau.
Verlass‘ mich auf die Einsamkeit
und seh‘ mich als die Wolkenbraut.

Doch träum‘ ich uns in regenbogenbunt.
Und auch mein Herz das pumpt,
damit sein Rot auf meiner Haut
Dir ohne Worte alles anvertraut.

JB 1-2014

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