Ermächtigt

Etwas
Verletzt mich
Es Umnachtet sich mein Geist
Umgetreten wird meine Lebenswiese
Ich bin ein Werkzeug meines Leidens
Vertrauen abhanden wie Zuversicht

Etwas
Versucht mich
Es umwindet mein Herz
Es tanzt damit hinaus in die Nacht
Zurück bleibt eine Hülle aus Wollen
Liebe zu Trauer

Etwas
Ermächtigt mich
Aus Worten wird Wahrheit
Aus Träumen werden Taten
Aus Himmel wird Heim
Aus Tanz wird Leben

JB-03-2018

Zapfenstreich

Viel erlebt, dem Tagebuch das zu berichten
Wen ich getroffen, für wen ich was gehegt
Viel gelebt, um morgen das zu sichten
Was sich gelegt hat und wessen Wesen weiterhin bewegt

Will immer mehr einem begegnen
Und treffe ihn auch oft, dann muss ich gehen
Die kleine Pflanze von Gefühl beregnen
Und dann ganz wie die Nymphe weitersehen

Will keinem Menschen mich mehr so versprechen
Wie ich es tat mit meinen Versen
Mein Herz kann über Wunder sprechen
Doch beim Anblick dieses einen bersten

Zum Zapfenstreich geh ich nach Haus
Und fühl mich wohl so mit mir selbst allein
Der Tag schickt seine Boten aus
Ich gehe grade, mach mich nicht mehr klein

JB-02-2018


Apfelkerngalaxie

Der Knecht hat einen Schal gewebt aus Sternen
Der König legt ihn um, um zu verschwinden
Mein Held, der die Reise wählt ins All
10.000 Welten, die mein Auge will verbinden
Bieg sie mir zurecht in Form von Apfelkernen

Sandkörner unendlich wie der Raum
Mein Fuß erfasst ein Lebenslicht
Neugier kommt vor dem endlosen Fall
Die Antwort lautet schlicht
Wir leben alle einen Traum

JB-02-2018


Sonnenfall

Sonnenfall

Der Sog ist weg
Nun Freier Fall
Auf die Sonne zu
Meinen Ewigen Begleiter
Ich werde um sie kreisen
Mich erheben aus Asche
Auf bittere Kerne beißen
Um am Ende laut zu lachen

Mein Herz gehört keinem
Meine Seele offen und frei
Wer sie hält, mir einerlei
Ich laufe mir selber treu
Der Zeit davon
Im Hier und Jetzt angekommen
Das Blut auf meinen Knien
Geronnen

Narben sammle ich wie Platten
Beim Laufen schon ankommen
Der Himmel schlägt Wege vor
Mit Sternen oder Wolkenformationen
Kein Deut laut doch gnadenlos offen
Wolkenbraut hat immer schon getroffen
Will honigsüß und bitter lächeln
Mir Sternenglitzer in die Haare fächeln

JB-01-2018

 

Tunnelblick

War so schön in Dunkelheit
Gefiel mir, war mir Eitelkeit
Nun fällt das Licht auf meine Haut
Hab wieder nur auf Sand gebaut

Seh diesen Glanz in weiter Ferne
Da wär ich gerne
Vorbei an dem was Nähe und Pein mir verhieß
Schnell raus aus dem Pansverließ

Eine Kerze find ich vor
Und ein noch verschlossenes Tor
Ich tauche eine Hand in meine Taschen
Nehm den Schlüssel will einen Blick erhaschen

Öffne das Tor und seh nur Pflicht
Kür verdorben im Sonnenlicht
Gaben der Unterwelt von denen ich nicht esse
Da ich sonst meine Scham vergesse

Zurück am fremden Ort
Allein im Krähenhort
Ein Spiel lenkt die Augen
Töne die Angst rauben

Ein Seil gespannt durch den Raum
Ich geh darauf wie im Traum
Vertrau mir: Was ich sagen möchte
Der Berg sieht im Propheten auch das Schlechte

Die Nacht beglänzt von Sternen ist mein Haus
Der Tag von Sonne erwärmt ist meine Flucht
Wenn Augenblicke werden wie eine Sucht
Dann wird das Spiel zum Graus

Nun tanze ich den Spott aus meinen Sachen
Und singe meine Worte mit Bedacht
Was wir am Tage miteinander machen
Bleibt dunkel, was gefühlt wird zeigt die Nacht

JB-01-2018

Tand und Tempel

Farbband ohne Sinn am Firmament
Eine Spur, die Hitze in den Himmel brennt
Ein Feuer, das mich nicht wärmt
Ein Käfer, der nur andere umschwärmt

Ein Lächeln ist alles, was Du verschenken willst
Wie Du meinen Hunger niemals stillst
Fühle mein Fühlen jetzt erkalten
Kann nicht mal mehr Deine Güte im Gedächtnis halten

Mein Zugewinn, ich gehe and‘re Wege
Bau mir am Wasser neue Stege
Und fische Menschen mit meinem Herzen
Brenne oft noch an die alten Kerzen

Sandburgen hab ich oft schon mit gebaut
Sah mich doch nie als eine Braut
Keine Flucht ohne Fänger, doch das macht
mich nicht zur Jägerin in der langen Nacht

Ich träumte Liebe in Dein Herz
Ich schrieb mich ein in Deine Augen
Hab mich geirrt und all der Schmerz
Schmeckt lange nach wie bitt‘re Trauben

Ein bares Gut, wie wir die Liebe suchen
Uns töricht übers Gras erheben
Und dann zusammen Flüge buchen
Die Sonne sinkt vor uns wie unser Leben

Dann wieder neu und wieder gleich
In Dunkel getaucht und doch so leicht
Im Flimmerglitterliebesland
Ist Liebe Tand.

Zuviel: Ich tauchte ab und fand
In meinen langen Träumen
Ein grenzenloses Land
Wo Blumen kurvige Wege säumen

Tempelberg auf einem Hügel
Nichts wird dort geopfert
Und ewig floss der Strom Gefühl
Wo mein Ruf wird oft erhört

Will dieses Land nun ehren und entsagen
Der Macht, die mich in diesem Nebel irreleitet
Das Leben einer Nonne will ich planen
Und hoffen, das der Traum auch andere begleitet

Erwachen will ich und Geträumtes finden
In meiner Zeit an diesem Ort
Mich mit den Seelen anderer verbinden
Kommt Zeit, kommt Tat. Bis dahin halt ich Wort.

JB-01-2018

 

Der Eremit und die Sphinx

Wüste und tiefster Wald, wann würden sie sich treffen? Er lebt und atmet das Wissen der Bäume. Überbringt es nur selten den Menschenkindern. Sie lebt und atmet das Wissen des Sandes. Fragt die Menschen was sie träumen.

Ein Blatt vorm Mund wäscht seine Seele rein. Verlorene Pein ist sein Wesen nicht, aber Erinnerung. Daraus wäscht er das Gedächtnisgold und schmilzt es ein. In Weisheit bewahrt auf Baumkronen.

Ein Rätsel gibt ihr Wesen frei. Sie bittet um Fragen. Sie hellt alle Dinge auf, um ihren Besitzer zu verschlingen. Wahrheit ohne Gaben.

Am Wasser ruht er aus. Am Wasser leckt sie ihre Wunden. Ein Wasser trennt die heiligen Stunden. Sie sehen ihre Spiegelbilder.

Wer bist du fragt sie ihn? Bist du ein Gott?

Wer bist du fragt er sie? Bist du ein Ungeheuer?

Die Fragen verhallen auf der Spiegelfläche. Sie gehen ihrer Wege. Doch in Gedanken sieht er sie und sie sieht ihn.

Äste seine Krone. Ein Rabe sein Geleit. Allein in unsrer Zeit wie ich. Ein Geschöpf, das für sich spricht.

Aus Sand gebaut und unnahbar. Ihre Augen sprachen wahr. Und sie teilt ihr Wissen in Fragen die wir stellen müssen.

Am nächsten Tag das Wasser ruft. Beide wandern vorbei an der nassen Schlucht. Bei Delphi treffen sie aufeinander. Er wahrt ihre Größe, sie sieht seinen Traum.

Ich erkenne dich und frage dich: Wer bist du?

Ich bin auf der Suche nach meinem zu Hause. Warum fragst du?

Ich frage um zu leben. Warum bist du hier?

Ich habe dich gesehen als mein Spiegelbild. Dein Auge hat mir versprochen wahr zu sein. Täuscht es mich?

Ich täusche nie. Wahrheit ist meine Waffe. Du bist allein.

Ich bin allein mit mir und wechsle meine Orte denn mein Heim ist die Welt. Gefunden habe ich was ich suche in der Frage. Frage weiter!

Was bin ich?

Du bist der Spiegel, der zu uns Wahrheit spricht. Du nimmst meine Scheuklappen und ich sehe, was ich sehen muss. Kein Nebel hüllt mehr meinen Geist ein. Ich sehe durch dich klar.

Das Wasser hat uns geleitet. Jetzt lass uns trinken. Und sie tranken vom Wasser des Lebens.

JB-01-2018

 

Auf dem Holzweg

Warum muss ich ans Atmen denken?
So viele, die Mühe damit haben.
Menschen, die ihr Herz ungünstig verschenken,
Menschen, die am Hungertuche nagen.

Das Leben, wie es versucht, mit Einsamkeit mein Selbst zu stehlen.
Ungesagtes hallt in meinem Schädel wider.
Die Schatten an der Wand soll ich als Freunde mir erwählen.
Mein Kopf singt mir die schönsten Weihnachtslieder.

Das Leben meiner Lieben ist mir teuer.
Ich spüre einen Stich, wenn ich sie weinen höre.
Mein Herz, es atmet Eis wie Feuer.
Mein Magen, wenn ich mich am Festessen störe.

Dann weiß ich plötzlich, was ich schreiben will.
Den Augenblick, möchte ich zur Lehre ziehen.
Für meine Seele ist es fast zu viel.
Würd‘ gern in traumlosen Schlaf entfliehen.

Die Worte hab‘ ich lang gemieden.
Ein Leiden hier, das wieder Worte schafft.
Und Punkte geben Halt dem Sätze schmieden.
Drehstuhl und Schreibtisch bedeuten nicht mehr Haft.

Ein Ende will ich keinem Leben schreiben.
Solch Närrin, welche hofft und bangt.
Will ewig am Gedichte sitzen bleiben,
Denn viele sind schon irgendwie erkrankt.

Kein Witz, kein Lachen und kein Segensspruch.
So gehe ich zu Bett, allein mit meinem Denken.
Die Welt lädt auf die Menschheit manchen Fluch.
Will sich wohl vom Holzweg in die Freiheit lenken.

Sind wir uns selbst die besten Henker?
Auch wenn das widersprüchlich scheint,
Spion und Angst verbrüdern sich in jeder Schänke.
Und irgendwo dann wieder eine Witwe weint.

Das Gift auf unsren Feldern frisst uns auf.
Der Honig fließt schon bald nicht mehr.
Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Als wenn es eine Gott gesandte Plage wär‘.

Wir schreiben Zukunft und gestalten Morgen.
Wir schieben auf und handeln wie ein Kind.
Ob Lügen, Täuschung oder braune Horden,
Ein Narr spielt mit dem Leben und das blind.

Was bleibt ist Zeugnis abzulegen und zu mahnen,
Wie es die Alten tun und meine Tränen lenken.
Ich schwöre ab dem Hass und all den Fahnen.
Der Zukunft werde ich meine Achtung schenken.

JB-12-2017

Gedankenflug

Gedankenflug

Gewichte am Bein
Ich gehe Langsamkeit
Schlingen um mein Herz
Ich fühle Zaudern
Waage im Kopf
Ich denke in Labyrinthen

Ich bleibe stehen
Über mir die Sterne reisen
Mein Herz pumpt Leben
Sprengt die Enge
Und in mir Wärme
Fließt in meine Glieder
Meine Gedanken fliegen wieder

JB-12-2017

Systemfehler

Fehler im System
Ich schreie nicht mehr
Ich schreibe stattdessen
System mit Fehler
Ich weine nicht mehr
Ich lache stattdessen
Mitte ohne Wissen
Ich weiß nicht mehr
Ich bin stattdessen
Wissen ohne Mitte
Ich glaube nicht mehr
Ich weiß stattdessen
Traum ohne Bedeutung
Ich träume nicht mehr
Ich deute stattdessen
Trauma mit Bedeutung
Ich handle nach Maß
Weil ich sonst fühlen müsste

JB-12-2017

Reisende 2

Der Schein der Kerze trügt
Mein Herz hat sich bewegt
Es wächst von Zeit zu Zeit
Öffnet sich, wenn die Seelen zu mir sprechen
Eines Menschen, eines Tieres, einer Pflanze
Dieser Weg auf der Weltenschneide
Geschmiedet in meine Gene
Wir alle wie wir hören und sehen
Träumen und denken
Fühlen und erleben
Sind doch Wahrnehmung
Gespielte Wesen
Gespiegelte Welt
Andacht durch Verhinderung
Ein Spiel am Tisch des Schicksals
Die Welt ist flach gedacht
Doch wir sind viele
Die träumen von Wurmlöchern
Und Freunden da draußen

JB-12-2017

Traumsegen

Traumsegen

Tänzerischer Geist,
der mich im Nu erreicht.
Mir die Namen meiner Liebsten ins Herz schreibt.
Den Wundern meine Richtung zeigt.

Und hier nun ein Zauberwort:
„Finde deinen Traumsegensort.
Dem eine Macht innewohnt.
Wo die pure Freude thront.“

Träumerisches Ganzes,
Heilt während des Tanzes.
Wunden befreit,
Brot geteilt.

Segen für das Nah und Fern.
Ich denke ohne Grenzen und das gern.
Ich lerne dies neue Fach.
Ich handle dem Spüren nach.

Wechsle zwischen Tag und Nacht,
Bin Zeugin der letzten Schlacht.
Geh mutig vor die Tür.
Ich danke dem Leben dafür.

Zauber wohnt den Worten inne.
Erfahrung, die ich täglich gewinne.
Vollkommen steht nichts geschrieben.
Sätze in den Fels getrieben:

„Verlange alles von der Welt,
Doch achte das von dir bestellte Feld.
Gewinne Freunde, nicht den Sieg,
Sei sanft und ehre, was dir lieb.

Der Wandel ist alltäglich,
Das Festhalten kläglich.
Die Wünsche wachsen dir im Traum.
Ihre Frucht reift nicht am Baum.“

JB-11-2017

Ringkampf

Ringkampf

Wer klein ist, will ganz hoch hinaus,
Wer ’ne Wohnung hat, will doch ein Haus.
Die Schatten tanzen in deinem Gesicht,
Wenn der Herr über seine Erfolge spricht.

Lass einfach das Geld für dich sprechen,
Dann werden fremde Knochen brechen.
Neid und Missgunst wegen Ungleichheit,
Hass und Morde erzeugen Generationenleid.

Die Menschen fühlen sich allein,
Lassen sich auf Süchte ein.
Kinder, die ausreißen,
Alte, die verweisen.

Die Welt ein Ringkampf,
Jedes Wollen ein Krampf.
Jeder Tag ein neuer Sieg,
Wenn nur ein anderer am Boden liegt.

So manche erwachen aus dem Lebensrauschen.
Wollen wieder den Vögeln lauschen.
Wollen begreifen und erfahren.
Die Menschheit vor weiterem Leid bewahren.

Tanzen in andere Zeiten,
Erringen von Möglichkeiten.
Auf andere Menschen achten,
Die Macht entmachten.

Der Staat ist nicht mehr Diktatur,
Da ist nur noch Erde ohne Richtschnur.
Auf dem Markt treiben sie wieder Handel.
Welt befindet sich im Wandel.

Und willst du das Fremde umarmen,
Dich einem angstvollen Blick erbarmen.
Dann öffnen sich weite Räume.
Für alle die besten Träume.

JB-11-2017

DSCN2727-600

Regenbogenschmiede

Regenbogenschmiede

In meiner Erinnerung
Schwankt das All
In meinem Herzen
Kocht das Blut
Versuch es erneut
Und komm zu Fall
Das schürt die Glut

Ich bin hexenfrei
Weiß von magischen Orten
Ich bin seelenoffen
Kreise um andere Menschenbilder
Quell der Einsamkeit versiegt
Such nach passenden Worten
Male unverhoffte Schilder

Dampf steigt auf
Sonnenstrahlen tanzen
Die Farben teilen sich
Der Wind trägt Stille
Regenbogenschmiede
Beglückt die wilden Pflanzen
Stark mein neuer Wille

JB-11-2017

Treibgut

Treibgut

Symptome abgeschaltet,
Seele verwaltet.
Worte schallen,
Sie verhallen.
Akten sichten,
Köpfe ausrichten.
Warten und sich quälen,
In stummen Sälen.
Voller Diagnosen.

Das bedeutet Krank,
Öffnet den Medizinschrank.
Helfen müssen,
Mit festgeschriebenen Schlüssen.
Doch da ist kein Leid,
Der Raum wird weit.
Das nächste Kleid,
Hexenmaid.
Flieht vor dieser Welt.

Warum der Schimmer der Gedanken,
Mir hilft nicht mehr zu wanken?
Warum mein Herz sich weitet,
Keinen Kummer mehr verbreitet?
Warum mein Geist mir Worte sagt,
Nicht mehr das schwere Los beklagt,
Sich auf neue Wege wagt,
Schwierige Fragen fragt?
Zuversicht

Verstand, Körper und Seele,
damit ich nichts verfehle,
wenn ich dies Bild wähle:
Segel, Boot und Wasser,
Die Umnachtung macht das blasser.
Was davon leitet mich?
Was umkleidet mich?
Was beschreibt mich?
Was davon kann brechen?

Ein Los ist da es einzusetzen,
Was hilft es sich den Wendungen zu widersetzen?
Mein Segel will Wind,
Tanzt wie ein Kind.
Mein Boot will Wellen,
Begreift die Stromschnellen.
Der Wasserfall,
Bedeutet Zerfall.
Ich bin Treibgut.

JB-11-2017

Schwertgürtel

Schwertgürtel

Schwerter um mich und über mir
Damoklesverschworen
Furcht daraus geboren
Fühl‘ mich gefangen wie ein Tier

Kein Gleichgewicht
Ohne die richtigen Worte
Wie ich Zweifel horte
Augen im Zwielicht

Doch meine Hände
Nehmen das erste Schwert
Tat hat sich bewährt
Das bringt die Wende

Einen machtvollen Gürtel
Knüpf ich mir mit diesen Schwertern
Werkzeuge aus Gefängniswärtern
Hoffnung zurück so schnell

Ein Schritt nach vorn
Ein Blick nach oben
Zeit verschoben
Mut geboren

Die Tür geht auf
Zu meinen Träumen
Will sie zu nennen nicht versäumen
Der Weg dahin ein heiterer Lauf

Diese meine Waffen
Wissen um die Macht
Bereit für die Lebensschlacht
Wie für mich gemacht.

JB-10-2017

Dazwischen

Dazwischen

Die Stimme einer Göttin,
Versucht mich zu wecken.
Will mich davor verstecken,
Seh‘ darin keinen Sinn.

Diese Welt ist doch so wage,
Die Menschen so nüchtern.
Wie wir uns in Süchte flüchten,
Wie ich an meinem Selbst schwer trage.

Keine Magie gefunden,
Nicht in Liebe noch in Vergebung.
Der Nichtigkeit Ehrung.
An Logik mein Leben gebunden.

Da bricht es hervor,
Das Gefühl, da ist mehr.
Die Einsicht so schwer,
Ein noch geschlossenes Tor.

Da ruft sie wieder,
Tanzt auf den Hügeln.
„Sollst dich nicht fügen,
Schreib auf meine Lieder!“

Auf dem Grat zu wandeln,
Balance zu finden zwischen Welten.
Wie sonst meine Sinne mich schelten,
Das Dazwischen lässt mich handeln.

JB-10-2017

 

Tränenfluss

Tränenfluss

Eingemauert von Sorgen
Versteh ich meinen Gang
Zu Fuß
Zum Tränenfluss
Am Tiefen Wald entlang
Dort will ich Weisheit borgen

Genuss in neuen Bechern
Mein Fang ganz verwegen
Ausfahrt
Neue Tat
Mit spitzem Degen
Und Pfauenfächern

Spur verloren
Irren in Stromschnellen
Wellen
Dellen
Schreie gellen
Flut geboren

Der Kreis spuckt mich aus
Ich fühle mich angekommen
Einsam
Heilsam
Angenommen
Mein neues Haus

Mein Selbst neu erfunden
Zauber im Blick
Die Tränen fließen
Die Seelenblumen sprießen
Will nicht mehr zurück
Die Welt jetzt erkunden

Deinen Traum aufgehoben
Mit Wassern gewaschen
Gehegt
Gepflegt
Wahrheit in Flaschen
Will sich austoben

Vorbei meine Suche
Vorbei meine Flucht
Erkennen
Benennen
Fühlen ohne Schlucht
Im roten Tuche

Der Weg führt oft
Durch tiefe Pfützen
Schuhe im Matsch
Worte ohne Klatsch
Pfade verknüpfen
Weisheit unverhofft

JB-10-2017

 

Blätter rascheln

Blätter rascheln

Blätter rascheln draußen und auf dem Tisch vor mir.

Ich schreibe einen Namen auf, fühle Pappellaub in meinem Inneren.

Will mich erinnern und daran glauben, dass der Baum unserer Freundschaft bald weiter wächst – gegossen von Worten.

Ich hoffe, der Herbst färbt unsere Beziehung bunt wie das Laub.

Ich fürchte, der Winter lässt sie in Schlaf fallen.

Aber wie die Blätter den Baum nähren, daran erinnere ich mich.

Eine Freundschaft kann sich wandeln wie Blätter in den Jahreszeiten.

Es wird wieder Frühling sein.
Ich esse das junge Grün und seine Kraft geht auf mich über.

Von Sonne durch schienen unser Beieinander sein, wenn alles von Neuem beginnt.

JB-09-2017

 

Lebenswege

Ist das Du Gefahr geworden?
Schräg lachen Dächer mir entgegen
Wohn an viel bewachten Orten
Schmutz und Unrat auf Lebenswegen

Doch die Angst, die wohnt in mir
Drückt sich aus in leisem Wort
Wie ich im Gang gefrier
Gedanken sind fort

Die Glocken läuten mich dann wach
Spür wie ich immer weiter geh
Mein Haar ein schützendes Hausdach
Neu und gierig wie ich mich umseh

Mein Stolz verrät kein Drohen
Mein Wahn liegt in Eiswasser
Will mein Erleben schonen
Das macht das Beben umso krasser

Kann nicht flüchten
Kann nicht vergessen machen
Kann nur weiter verdichten
Verse aus dem Dreck scharren

Beweis, dass es Dich gibt
Verrat mir ein Wunder
Wer heute mit Kraft liebt
Macht die Welt ein Stück bunter

JB-09-2017