Widerhall

Widerhall

Geborgte Stille in meinem Herzen.
Ein Blick, der im Raum steht wie ein Wasserstrahl.
Wenn ich mich falte vor Qual.
Fiktive Schmerzen.

Eine Hand im All,
Unerreichbar weit.
Nichts zu seiner Zeit.
Verfehltes Schweigen kommt vor dem Fall.

Tunnelblick und Weitsicht.
Rollende Steine vor meinem Gesicht.
Niemand hält Gericht.
Wartende sind in der Pflicht.

Schall wie Fall.
Morgen und Wiederkehr.
Nichts wollte ich so sehr.
Ein Widerhall.

JB-02-2017

Ungesagtes

Ungesagtes

Gedanken perlen ab von diesen Augen,
Will mir kein Urteil erlauben.
Wahrheit oder Pflicht,
Ganz so einfach ist das nicht.

Erlebnisse aufgestapelt,
Hinein in die Traumwelt.
Wenn ich an diese Tür klopf,
Hab ich Bilder vom Niemalsland im Kopf.

Und trotzdem schweige ich.
Leise verneig ich mich.
Dein Lächeln, ein Pfad in den Dunst.
Weiterlachen meine Kunst.

Loslassen und Leben erfassen.
Wieder unter Massen.
Ein weißes Licht erlischt in Farben.
Über mir kreisen weise Raben.

JB-02-2017

Bindung

Bindung

In diesem Traum wie im Netz gefangen,
Graben nach dem Schatz.
Das Schiff ist wohl mit Dir untergegangen.
Was für ein trostloser Satz.

Bekleide mich mit Bildern der Vergangenheit.
Gehe die Stufen ins Beben hinab.
Die Hoffnung braucht Liebe und auch Zeit.
Doch die wird mir knapp.

Eine Blüte öffnet sich im Licht,
Tau tropft herab.
Du nimmst mir gleißend die Sicht.
Was, wenn ich dieses Band jetzt kapp?

Was Zauber war ist wie ein Bann,
Der mich an gestern bindet.
Ich lebe und ich frage wann,
Mein Selbst sich den Fesseln entwindet?

JB-01-2017

Mondumnachtet

Mondumnachtet

Will morden unter meiner Haut
Ein Kleid, das brennt
Ein Kessel, der braut
Ein Weg, der trennt

Umwindet mich der alte Wein
Ich lass nicht los
Will standhaft sein
Nie mehr machtlos

Garten und Gebälk
Worte sind was bleibt
Geh unter im Gewölk
Bin vor nichts mehr gefeit

Ein Tag ist vorbei
Der Mond will wachsen
Das Tier in mir ist frei
Mache nächtliche Faxen

Wie ich Dich suche
In meinem Innern
Mich selbst verfluche
Will nicht verkümmern

Einsame Wanderung
Durch Traumgewinde
Hin bis zum Aufschwung
Wie ich mich schinde

Heilung ohne Atem
Pfade ohne Dich
Segne den Paten
Wahrheit versehentlich

JB-11-2016

nachthimmel

Herkunft

Herkunft

Ich seh‘ in dir ein Häufchen Asche
Und doch bist Du jetzt hier
Ich denk von dir Du bist vergangen
Und doch bist sprichst Du zu mir

Dein Haar wie ihr’s so lang und rot
Deine Augen so voll ihres Leides
Dein Mund verlangt nach Wahrheit
Wir gehen Schritt für Schritt zum Grab

Du zeigst mir Leben und gibst es dann hin
Ich wandle in deinen Spuren
Dein Hauch verweht
Mein Heim ist nicht mehr mein Heim

Wer bin ich nun, da du mich berührt hast?
Wen suche ich, der mich leiten kann?
Ich folge dir nicht ins Banale
Kehre der Welt den Rücken für alle Zeit.

(nach dem Film „Ida“ von Pawel Pawlikowski)

JB-10-2016

Kirche Thallwitz

Ernte

Ernte

Ich hock in einer Grube,
Kein Häschen sagt Hallo.
Ich kann nicht richtig denken,
Verloren ist mein Flow.

Kein Wesen bringt mir Lieder.
Kein Mensch hält mich hier warm.
Wann kommt die Hoffnung wieder?
Verloren der heilige Schwarm.

Wann werd ich wieder tanzen?
Wann kehrt mein Glück zurück?
Will junge Bäume pflanzen,
Von denen ich bald goldne Äpfel pflück.

JB-08-2016

Brombeeren

Was bleibt

Was bleibt

Was bleibt mir, wenn in dunklen Nächten,
Gedanken und Gefühle knechten?
Und über den Tag gesehen,
Da will ich nichts mehr verstehen.

Was bleibt zu tun, wenn ich in dieser Haut,
Unruhe und Not nur spüre?
Wenn ich gedanklich friere.
Mein Körper zahlt die Maut.

Was bleibt, wenn ich so Vieles will?
Viel tun, viel spüren, Vieles denken.
Kann mir nicht den Kopf verrenken.
Die Wahrheit ist das Ziel.

Da steht es nun geschrieben.
Und da steckt Heilung drin.
Erkennen und verwinden.
Gleichgewicht finden.
Dazu Ruhe und Maß; das macht Sinn.

JB-05-2016

Zauneidechse gruen im Gestruepp

Menschen

Menschen

Ich schnitze mich aus einem Weidenstock,
Den Körper, den Kopf, meine Frisur.
Ich leide unter Menschen, bekomme oft ’nen Schock.
Brauch Ruhe oder Leben, was wird meine Kur?

Du fehlst in diesem Stadt-Gewimmel.
Ich finde dich nicht mehr.
Ich gehe unter einem grauen Himmel.
Das Herz ist einsam und es wird mir schwer.

Da sind die Freunde und sie scheinen fern.
Da ist der Beste, der ist unterwegs.
Hab‘ Menschen wohl einfach zu gern.
Ich lebe diese Wahrheit und das stets.

JB-05-2016

Burgruine schwarz weiß

Bannkreis

Bannkreis

Im Bann meiner Träume
Meine Schuld lastet schwer auf Dir
Mein Soll und Haben wiegt ungleich
Frisst sich in die Seele
Wenn ich mich wieder quäle
Mit dem Morgen
Und das Lasso wähle
Zu treiben und zu binden
Den Magier zu finden
Ich bin hier

Im Bann der Mähne
Ich lasse meine Löwen los
Wer mich versucht
Den bekämpfe ich gnadenlos
werd ungehemmt nach Hause gehen
Und der Zukunft
Hoffend entgegen sehen
Die Gnade liegt auf dem Grund
Ich schwimme mich gesund
Ich bin jetzt

JB-04-2016

Zauneidechse auf Kompost

 

 

 

 

Ein Versprechen

Ein Versprechen

Wenn du mich anschaust
Verspricht mein Herz mir mehr
Bin ganz ausgelaugt
Denn die Leere ist nicht fair
Stoßen zusammen
Fallen auseinander
Sping‘ aus dem Rahmen
Wenn ich alleine lande
Spüre so viel
Sage so wenig
Seh‘ doch mein Ziel
Sind wir uns einig?
Will dich nur schauen
Sprechen das fällt mir schwer
Will mich nicht quälen
Trag‘ in mir ein ganzes Meer
Wenn du mal mit mir bist
Unschuld und Hoffnung
Sind dann schnell in der Pflicht
Wage den großen Sprung

JB-03-2016

Thomas G.

Thomas G.

Hab ich Dich zerstört?
Deine Leber zerfressen?
Will Dich nicht vergessen
Hab‘ Deinen Ruf nie erhört

Co-Abhängigkeit seit meiner Kindheit
Wie ein flüssiges Kleid
Mit Küssen von Leid befreit
Sag Du mir, warum er schreit

Zu schlau zu leben warst Du
Immer drei Schritte voraus
Nun ist Dein Leben aus
Kommst Du jetzt endlich zur Ruh?

Getroffen hab ich Deinen Geist
Geredet über Gießkannen
Wie sie Dich holen kamen
Mein Herz war zu früh schon vereist

Hätt‘ ich Dich retten können?
Kaputt wie ich bin
Mein Herz, meine Seele flog zu Dir hin
Wollt Dir doch die Nähe nicht gönnen

Nun bist Du tot
Nun bist Du nicht mehr hier
Was bleibt ist ein Kuss im alten Revier
Und ich hab‘ mit Liebe meine liebe Not

JB-02-2016

Schutt

Schutt

Wenn’s darum geht, mich hinzugeben,
Da bin ich kaputt.
Wie find ich ein gutes Leben,
In all dem alten Schutt.

Gegeben bis über meine Grenzen,
So ging das nicht weiter.
Haben uns aufgerieben.
Sind dran gescheitert.

Benutzt wie ein Werkzeug,
Geklagt hab‘ ich viel.
Da ist er geflohen,
Er war ja am Ziel.

Bin verrückt geworden,
Vor lauter Liebe.
Bekomm keinen Orden,
Wenn ich es auf ihn schiebe.

Nun bin ich allein,
Freunde reichen nicht.
Seh‘ wie in einem Spiegel,
Nur mein Gesicht.

Hab‘ Furcht
Vor einer fremden Hand.
Was Liebe angeht,
Ist mir fast nur Leid bekannt.

Will hoffen auf mein Glück,
Will neu sein und stark.
Ich such‘ mein Geschick,
wie alle bis zum Sarg.

JB-01-2016

Waldweg mit Schnee

Quellental

Quellental

Ich ruhe in mir bei den sieben Quellen.
Seh‘ meinen Hass zerschellen.
Streichle das wilde Tier.

Unglaublich wie schwarz hier die Nacht.
Hab‘ meine Liebe mitgebracht.
Hab‘ Angst, dass ich sie hier verlier‘.

Geflügelt erscheinst Du im Tal.
Bist so schön, s’ist eine Qual.
Werd‘ leiden wegen meiner Gier.

Wenn ich für mich bin.
Offen und frei in mir drin.
Spielst du für mich am Klavier.

JB-01-2016

Baumstumpf bewachsen

Die Muse

Die Muse

Ich wünschte mir, ich könnte bei Dir bleiben.
So groß Dein Herz, Dein Lächeln segnet.
Aber so wie es manchmal regnet,
Schwämmt es mich fort, die Muse lässt mich treiben.

So wie ich träum‘ von bunten Worten,
So schenkt die Muse mir den vielgesuchten Rat.
Ich schreibe auf und gehe diesen Pfad,
Durchschreite im Traum ganz and’re Pforten.

Du bist so gut zu mir, ein wilder, schöner Mann.
Ich träume vom geteilten Leben.
Doch will mein Herz sich nicht hingeben.
Verschließ‘ es und verlier mich ganz.

Sie schenkt mir Verse, du verliebten Blick.
Wie soll ich mich entscheiden?
Nicht mehr das Amt der Dichterin bekleiden?
Ich frag‘ die Karten oft nach unserem Geschick.

Warum kann ich nicht beides haben,
Den Traum und ein gemeinsam schönes Leben?
Will endlich diese Schleier heben,
Mich an der Muse und an Deiner Liebe laben.

JB-01-16

Wiese mit Scheune

Verschluckt

Verschluckt

Hab mein Gefühl verschluckt,
Ging meiner Wege.
Hab Worte ausgespuckt,
Lügen so träge.

Verzicht auf Küsse,
Keine Berührung mehr.
Kenn keine Lüste,
Hallo, das fällt schon schwer.

Frühling muss kommen,
Öffnet meine Seele.
Will wild mich verlieben,
Niemand weiß, wen ich wähle.

JB-12-2015

DSCN6407

Was zählt

Was zählt

Im Fadenkreuz seh‘ ich die Zeit.
Ungebunden in den Himmel verschwunden.
Wird das so sein?
2016, das Jahr der Liebe.
Zwischen Unruhen und neuen Wegen.
Ich kämpfe verwegen gegen das Nichtstun.
Für das Vergebliche.
Will helfen zu helfen.
Endlich ankommen in der wahren Welt.
Das ist das was zählt.

JB-12-2015

DSCN6349

Gefangen

Gefangen

Wohin mit mir?
Gefangen in mir selbst wie ein Tier.
Kein Schritt vorwärts, kein Schritt zurück.
Stehe im Eis und warte auf das Glück.
Musik und Freunde lenken ab.
Nur hab ich die nicht immer.
Komm mir vor wie im Grab.
Müde vom eigenen Gewimmer.

JB-12-2015

auwald300

Obdachlos

Obdachlos

Vor allem hab ich Angst,
Dass ich mein Heim verliere,
Dass ich dann draußen friere
Und der Wahn jeden Tag mit mir tanzt.

Wenn ich nicht mehr denken kann,
Kein Freund mehr zu mir steht,
Die Gesundheit den Bach runter geht.
Komm ich ganz unten an.

Wenn ich umsonst meine Sinne sammle,
Keine Wohnung mir als Obdach bleibt.
Verbogen, verplant und ohne Geleit.
Meine Worte ich einsam stammle.

So packt mich die Furcht,
So schiebt mich die Angst herum.
Sitz zerieben in meiner Wohnung.
Denk an das Morgen die Stirn zerfurcht.

JB-11-2015

auwald34

Reigen 2

Reigen 2

Hunde schweigen.
Hier ist ein neuer Reigen.
Geh nicht mehr gebückt,
Immer noch nicht geschmückt.

Tanz mit mir zu diesem Lied.
Das wird unser letzter Sieg.
Kann die Welt nicht lesen.
Noch nie dagewesen.

Neues, Blaues, Altes.
Gib es weg und falt es.
Hat jetzt einen Sinn,
Grad da wo ich bin.

Wieder nur durch Traum geweckt,
Was wenn Wahrheit in mir steckt?
Wird der Raum geteilt,
Bin ich dann geheilt?

JB-11-2015 (nach Konzert von Chelsea Wolfe)

palmengarten6