Regenbogenschmiede

Regenbogenschmiede

In meiner Erinnerung
Schwankt das All
In meinem Herzen
Kocht das Blut
Versuch es erneut
Und komm zu Fall
Das schürt die Glut

Ich bin hexenfrei
Weiß von magischen Orten
Ich bin seelenoffen
Kreise um andere Menschenbilder
Quell der Einsamkeit versiegt
Such nach passenden Worten
Male unverhoffte Schilder

Dampf steigt auf
Sonnenstrahlen tanzen
Die Farben teilen sich
Der Wind trägt Stille
Regenbogenschmiede
Beglückt die wilden Pflanzen
Stark mein neuer Wille

JB-11-2017

 

Menschenbild

Menschenbild

Wie ein Welpe warte ich auf Nahrung
Die weise Offenbarung
Seelenfutter, Herzenssaft
Lebensart und Tatenkraft

Ich sitze hier in meiner Zelle
Schreib meine Träume nieder
Wart drauf, dass ich kläffe und belle
Geh in zu engem Mieder

Kein Baum, der in die Höhe ragt
Kein Mond, der meine Furcht bescheint
Kein Mensch, der Liebesworte sagt
Traurig, auch wenn es sich reimt

Ein Fahrzeug bahnt sich seinen Weg
Die Sonne rahmt es ein
Wenn ich Töne in meinen Mund leg
Sprech ich sie in einen Flüsterschrein

Vergessen die Pein im Licht zu stehen
Genieße warme Glieder
Und ich will mit dem Wind verwehen
Die Bunten Farben malen Lieder

Ich nehm mir einen Stift
Mal einen Menschen neben mich
Dein Auge süßes Gift
In meinem Herzen halt ich Dich

JB-09-2017

 

 

Frei

Frei

In der Sonne verglühen
Neu auf blühen
Den Verstand als Pfand versetzen
Sich munter überschätzen
An gute Freunde denken
Arm und reich Worte schenken
Gesegnete Pfade verlassen
Sorgen, wie sie verblassen
Neue Seelen begrüßen
Sonne und Regen genießen

 

JB-04-2017

 

Fixstern

Fixstern

Ich war bei Dir den Tag und die Nacht.
Hab gelitten mit Dir, den Wagen auf den Weg gebracht.

Jetzt bin ich neu und fürchte mich nicht mehr.
Der Pfad war weit, ich wollte es so sehr.

Du bist ein Planet weit über mir,
Unerreichbar fern, ich sühne meine Gier.

Hast mich verlassen, als ich offen war.
Hast meinen Namen vergessen, den ich sprach so klar.

Ich hier unten male neue Welten.
Ich hier unten weine nur noch selten.

Vorbei was hätte sein können und da:
Seh den Stern an einem Stern zerschellen.

JB-11-2015

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Müde

Müde

Aufgewacht
Um die Nacht betrogen
ungewogen
eingegangen in den Neustart
wenn ich mich wende
seh ich Neuland
wenn ich laufe
bin ich unerklärt
wenn ich schlafe
bin ich am Traumstrand
wenn ich lache
ist da Traumsand
eingeschlafen

Geh aufs Ganze
Geh voran
Bin für mich gesehen
einerlei
Träum vom Du
und bin doch frei
zu tun und zu lassen
zu geben und zu nehmen
einfach sein und werden
und ohne Trauer gibt es
keinen Segen

JB-06-15

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Tropfen

Tropfen

Für jeden Tropfen zahl ich Schmerzensgeld.
Und viele Tropfen hab ich übrig für die Welt.

Wenn Krieg ist, Menschen Tode sterben.
Wenn ich so einsam bin, verzweifele am Werden.

Wenn Leute gehn, nicht wiederkommen, mich beerben.
Dann wein ich mir die Augen aus.
Dann trau ich mich auch nicht mehr raus.

Und lange geht das weiter so, ich lach nicht mehr, bin nicht mehr froh.

Doch wenn ich mir dann wieder denk: S’ist jeder Tag wie ein Geschenk.

Dann wird es besser und ich lenk mich selber hin
zum neuen Tag und allem was er bringen mag.

JB-02-15

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Wegelied

Wegelied

Alte Weisheit neu entfesseln.
Güte und Hoffnung im Hexenkessel.
Neu und wild auf Worte losgehn.
Frisch und frei dem Frühling entgegen sehn.

Lieder singen, Wege wagen.
Über Zäune springen, nicht verzagen.
Wenn ich hoffe, sehe ich
Licht und Funken versprühen sich.

Dieses Licht will ich bewahren.
Neugierig über Grenzen fahren.
Gern mit Menschen Brücken bauen.
Zuversichtlich nach vorne schauen.

JB-02-15

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Zuflucht

zuflucht

der zwang zu denken
überkommt mich oft
auch wenn ich bei mir bin

in mir schaukelt sich
die erinnerung hinab
in einsame ebenen

wenn ich ans morgen denke
wenn ich ans gestern denke
werd ich schwach
werd ich ungelenk

und mit mir reift die stille
sogleich tippe ich sie an
sogleich ruft es in mir

und wenn ich einsam bin
dann schreib ichs auf
dann schläft mein geist
und ruht in sich
für eine ganze zeit

JB-12-2014

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Der Greif

Der Greif

Deine Flügel halten meine Seele gespannt,
Fliegst du, reißt mein Seelenfaden.

Bleib bei mir Greif,
Mein Herz pumpt für Dich
Den roten Saft aus vielen Adern.

Bleib hier, um zu beschatten, was ich war.

Wenn ich jetzt leicht bin, wohin?

Nach oben will ich, um zu schauen.
Nach unten will ich, um zu begreifen,
wer wir sein könnten.

JB 9-2014

dergreif

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Tropfen Glück

Ein Tropfen Glück

Die Tropfen dieses Leidens heißen Scheu,
Vergib mir meinen Namen.
Ich hebe Dich in diesen Fluss,
Denn Du bist neu.
Ich gieß mich aus mit all den Farben.

Und wie ich fließe,
So schaust Du zurück.
Und wie ich gehe,
So bist Du verrückt.

Und wenn ich mag,
Dann hast Du mich verzückt.
Wir reichen uns dies heil’ge Glück.
Kommen zum Schluss mit großen Gaben.

8-2014 JB

Wirbelsturm

Der Herrscher

Der Herrscher

Du hälst mein Herz fest, ich leide.
Du legst mir ne Kette um, ich zerre.
Du schreist mich an, ich fliehe.

Du, der du Macht willst;
lebe mit dir selbst und wenn du andere versuchst,
folgen sie dir ins Nirgendwo.

Warum auch immer,
niemand ist da froh,
es wird nur immer schlimmer.

JB 8-2014

Alien Umbrella