Das Leben eines Tagebuchs

Das Leben eines Tagebuchs

An meinem ersten Tagebuch ist ein Schloss gewesen. Den kleinen Schlüssel habe ich in einer Geldkassette aufbewahrt, deren Schlüssel aufzufinden wiederum nur ich fähig war, denn er verbarg sich in einer zugemüllten Schublade. Ich habe diesem Tagebuch viel anvertraut. Meinen aktuellen Schwarm, meine Ängste und Hoffnungen, meine alltäglichen Sorgen.

Auf die Innere Klappe habe ich am 9.07.1997 Folgendes geschrieben: „In diesem Tagebuch steht einiges was ich nicht wirklich so meine und daß mir in dem Augenblick als ich es schrieb wirklich cool vorgekommen ist. Es ist wirklich schwierig, das zu schreiben, was man denkt, wirklich denkt, wenn man im Unterbewußtsein immer daran denken muß, dass es ja irgendwann doch einmal jemand zu lesen bekommen kann. Also wenn das passiert, dann bekommt keinen Schreck, das meiste ist doch nur Rumgelabre.“

Damals war ich 15 und ich hatte mich immer mal hingesetzt und mein „Rumgelabre“ wieder durchgelesen und ich hatte mich schon damals immer wieder gewundert, wie selbstverständlich, die Tagebücher berühmter Schriftsteller von Nachlassverwaltern veröffentlicht wurden. Das kam für mich dem Veröffentlichen von niemals ausgesprochenen Gedanken gleich. Jetzt könnte das Argument kommen: „Aber warum hat er/sie es denn dann aufgeschrieben?“ Meine Antwort darauf: Um Gedanken zu sortieren, um sich an Geschehenes zu erinnern, um daraus zu schöpfen für den Lebensweg und als Orientierung: Wo komme ich her, wo stehe ich jetzt, wo gehe ich hin?

Niemals würde ich wollen, dass Menschen, die ich nicht kenne, und auch Leute, die ich kenne diese Hilfestellungen lesen. Einmal hat mein Ex-Freund in meinen Tagebuchkalender gelesen und eine Bemerkung von mir über jemanden, den er kannte fand er sehr lustig und hat mir davon erzählt. Ich bin aus allen Wolken gefallen, wie er es wagen kann, dieses Buch zu öffnen. Er meinte, er sei sich keiner Schuld bewusst gewesen, ich hätte es ja auf dem Tisch liegen lassen. Daraufhin, sagte, ich ihm, ich wäre davon ausgegangen, dass ein das ein unantastbares Heiligtum sei, egal wo es läge und ich würde es als Vertrauensbruch auffassen, mein Tagebuch zu lesen. Er entschuldigte sich aufrichtig.

Ich habe mich schon damals mit 15 mit dem Sachverhalt, dass Tagebücher veröffentlicht werden auseinandergesetzt und nun schreibe ich Gedichte, die ich ins Internet stelle. Lese die Blogs von anderen Leuten und überlege mir, wie viel ich von meiner Biografie preisgeben kann und will. Für wen schreibe ich? Vor allem für mich. Warum veröffentliche es dann? Gute Frage! Ich veröffentliche, damit es gelesen wird, damit es helfen kann, damit sich andere durch Worte fremder Menschen verstanden fühlen und nicht mehr so allein.

Es gibt dabei große Unterschiede zwischen dem was ich meinem Tagebuch anvertraue und dem, was ich beabsichtige zu veröffentlichen:

Die Form wäre da zunächst: Wenn ich Tagebuch schreibe, ist da nicht viel mit Synonymen, der zeitliche Ablauf wird durch die häufige Nutzung des Wortes „dann“ strukturiert. Einmal hatte ich den Gedanken, dass doch alles eher in Briefform zu gießen aber den habe ich schnell wieder verworfen, denn ich möchte mein Tagebuch für nicht gebetene Leser so langweilig und ausdruckslos wie möglich halten. Als Strafe vielleicht, als letzten Fluch der Schreiberin.

Dann ist da der Inhalt: Ich zensiere in Lyrik, wie in Prosa. Ich werde hier keine Namen nennen, wenn sich jemand erkennt oder sich an jemanden erinnert fühlt, dann so vage, dass niemand mich verklagen kann. Ich verhülle nicht meine Gefühle aber meine Person. Ich gebe mir ein Pseudonym und fühle mich dadurch bereit und befreit zu schreiben, was ich der Welt hinterlassen will.

Das was ich in Form gieße, gebe ich gern nach außen. Vielleicht wird das klarer mit folgendem Text, den ich vor kurzem geschrieben habe:

Mit Sinnen erfahre ich.

In meinem Kopf sammle ich diese Erfahrungen als Erinnerungen ein.

Ich stelle mir vor sie als Fäden auf Spulen aufzurollen.

Dann nehme ich ein paar dieser Spulen und webe damit Stoffe.

Diese Stoffe sind mal einfarbig, mal gemustert, mal bunt. Je nach Tag, Laune und Zeit.

Wenn ich ein paar beisammen habe, webe ich mir daraus ein Kleid.“

Die Stoffe bleiben im Schrank. Die Kleider bin ich gern bereit zu geben.

Franz Kafka, Terry Pratchett und viele andere berühmte Künstler_innen und auch Persönlichkeiten, je mehr ich über das Tagebuch schreiben schreibe, desto mehr interessiert mich, was andere davon hielten, Unveröffentlichtes, Unfertiges, Privates postmortem veröffentlicht zu wissen. Ob nun verbrannt oder gewalzt, was wäre und was ist uns entgangen? Ich schreibe von uns, denn ich bin Leserin und auch sehr neugierig. Ich interessiere mich für die Biografie eine_r Künstler_in. Da komme ich zur Frage, was ich über mich veröffentlichen möchte, was nicht in Form gegossen ist?

Ich habe Biografisches schon aufgeschrieben aber nur für bestimmte Leute und es gibt Tatsachen von denen ich mich nicht in ein Korsett drängen lassen will. Andererseits ist Kreativität oftmals auf der Schwelle zum verrückt sein angesiedelt, das scheint nichts erschreckend neues oder ungewöhnliches zu sein. Was wiederum mich beruhigt und befähigt weiter zu tippen.

Ich schreibe oftmals wie in Trance und prüfe erst später, ob es sich stimmig anfühlt, was ich da getippt habe. Wenn das der Fall ist, dann veröffentliche ich es auf auf meinen Blogs, auf verschiedenen Plattformen und als größte Herausforderung für mich auf Facebook. Ich teile mich in diesem Netz der Aufmerksamkeiten, ich bin die, die Ihre Diplomarbeit unter ihrem Geburtsnamen online stellt. Ich bin aber auch die, die als Johanna Blau Gedichte über Wir-Gefühl, über die Angst vor dem Wahn, über Hoffnung und Heilung durch Schreiben schreibt.

Verschmolzen sind diese Identitäten in einem Gedicht veröffentlicht von Kirsten Becken in dem wundervollen Kunstbuch „Seeing Her Ghosts“ unter meinem eigenen Namen. Das Gedicht heißt Zunder und es ist das erste, was in einem Buch von mir erschienen ist. Aber eben losgelöst von den anderen Gedichten, die ich unter dem Namen Johanna Blau veröffentlicht habe.

Wenn Freude und Leid aufeinander treffen in einer Person, zusammen mit Ideen von Verbindungen unter Menschen, die es ihnen unmöglich machen noch einander zu hassen, dann zeigt sich ein wandelbares Selbst der unerträglich schönen Welt. Wenn Leben und Kunst aufeinander treffen, dann frage ich mich, wie es weitergeht und immer wieder wer ich bin. Und so soll es sein.

Zunder

Ein Kleid genäht aus Zunder
Und wieder geh ich unter.
Schuhe gemacht aus Leid,
Langsam vergeht die Zeit.

Tanze zu Herzenstönen.
Will wieder dem Leben frönen.
Will wieder mit Lachen im Blick,
Weben an meinem Geschick.

Jana Burmeister

Sinneswahr

Sinneswahr

Das Vernehmen ist nicht einvernehmlich
Die Sinne selektiv
Was ich spüre ist Raum
Was Du erfährst ist Enge

Auftrieb und Abrieb der Gedanken
Stille ist selten
Der Vorwand zu Hören
Ein neues Lied

Gehen, Steinchen unter mir
Der Fuß sprüht Funken
Schwimmen, eingehüllt
Mein Nächster berührt

Nebenbei oder einzig schmecken
Ersatz für so Vieles speisen
Auf Reisen Würze entdecken
Erinnerung an Münder

So müde meine Augen
Hab so viel gesehen
Ohne aufzunehmen
Der Traum zerrt an mir

Trau dich zu tanzen
Spür dem Schwingen nach
In Umgrenzung aus Körpern
Musik durchdringt

JB-10-2017

Das Wunder

Fesselballon befreit
Lichterketten aufgereiht
Trugschlüsse entsperrt
Glück vermehrt

Himmelsrichtungen erweitert
Leute erheitert
Räume erhellt
Weichen gestellt

Ein Traumbuch schreiben
Im See die Zeit vertreiben
Wünsche werden wahr
Reisen machen klar

Das Wunder ist der Tag
Das Wunder
Das Wunder jetzt zu leben
Das Wunder

JB-07-2017

 

 

Utopie in Wolken

Jetzt oder nie das Schiff nach morgen kapern,
Soll nicht an Mut oder Kraft hapern.
Hab das Handbuch nicht gelesen,
Besser reit ich einen Besen.
Steig hinauf zu den Sternen,
Entdecke die weiten Fernen.
Besuche noch fremde Wesen.
Sitzen dort an vollen Tresen.

Wir fliegen durch Wolkenfetzen,
Wollen Leid durch Lieder ersetzen.
Die Gedanken blitzen auf in unseren Köpfen,
Kein Wort mehr nötig, wir schöpfen.
Landen auf Moses Berg und fluten das Land mit Hoffnung.
Wir werden sesshaft, die Tiere liefern uns nur Dung;
Für Häuser und fürs Märchenfeuer.
Alles andere wäre ungeheuer.

Traurigkeit ist eine Tugend in dieser schönen neuen Welt.
Wer Felder nicht mit Tränen bestellt – hat vergessen.
Gnade vor Unschuld, Sein vor Haben.
Alles andere – Fressen für die Raben.
Uhr eingebaut in Spiegel,
Die Zeit bricht das Siegel,
Weil wir nicht mehr an Mauern bauen.
Andern ins Herz schauen.

Der Tag beginnt und Philosophen tanzen.
Der Abend bricht an, wir essen Pflanzen.
Frieden steht im Sand geschrieben.
Wär ich doch nur dort geblieben.
Doch morgens ruft die Pflicht,
Geh mit meinem Traum hart ins Gericht.
Doch was ist schlimm an Utopie?
Wer wagt gewinnt manchmal, wer zweifelt nie.

JB-06-2017

 

 

 

Herzenskunde

Herzenskunde

Wenn ich mich in Träumereien verliere,
Nicht mehr nur ein Wort kreiere.
Den Himmel bitte auf zu tauen
Und Dich auf meine Wünsche zu vertrauen.
Die Wimpern wehen in den blauen Dunst,
Ich werbe nicht um Deine Gunst.

Gerade weil ich dich nicht brauche.
Deinen Namen trotzdem dabei hauche.
Gerade weil du mich nicht wollen willst.
Dein Antlitz träumend wie meins verhüllst.
Kein Suchen findet Glück im Liebesleben.
Nur ich kann den Stein vor dieser Höhle heben.

Die Gabe zu geben, die Welt zu lieben,
sich selbst zu verlieren und Zukunft zu schmieden.
Das alles will ich für mich finden,
Den Tag nutzen um der Welt das zu verkünden:

Ich will Niemanden haben,
Ich will Niemanden besitzen.
Nicht vor Jemandes Tür sitzen,
Mich nicht an leeren Worten laben.

Ich will an mir und an Dir wachsen,
Dich und Mich glücklich sehen.
In hohen Bergen einsame Wege gehen.
Dann wieder wandern auf breiten Achsen.

Ich will mit Jemandem zusammen fühlen.
Anregende Gespräche führen.
Den König des Frühlings küren.
Mit dem Wasser des Lebens mein Herz spülen.

All das in grenzenlosen Weiten.
Mit viel Gefühl und viel Verstand.
Mein Herz das nehm ich bei der Hand.
Um diese Kunde zu verbreiten.

JB-04-2017

 

 

Feuerwerk

Feuerwerk

Lichtspuren am Sternenhimmel.
Häng mich an den Mond.
Da ist der Mensch, der auf der Erde wohnt.
Hab im Bauch ein Schmetterlingsgetümmel.

Ich gehe zu ihm, treffe Leute.
Die Töne fliegen in den Raum.
Wir setzen einen kleinen Baum.
Die Freundschaft wächst bis heute.

Und Seelen sind nun doch verwandt,
Tragen ein spukhaftes Band.
Wenn da kein Leiden Leiden schafft,
Gibt das mir Kraft.

JB-03-2017

 

Adele

Adele

Du bist unfassbar.
Unnahbar im Widerschein.
Allein geh ich heim.
Fühle mich wunderwahr.

Verbindung durch Augenblicke.
Gezeichnet im Sonnenlicht.
Ich bin auf mehr erpicht.
Meine Hand durch eine Mauerlücke.

Momente kosten auf deiner Haut.
Kein Sonnenschein wärmt mich mehr.
Von dir lassen fällt mir schwer.
Deine Lippen so vertraut.

Tanzen und vergessen.
Falsche Adresse.
Du liest mir die letzte Messe.
Ich war zu versessen.

Treibend im Meer.
Keine Berührung.
Ohne Verführung.
Blätter fallen schwer.

Deine Hand schließt die Mauer.
Dein Mund sagt Worte.
Bring mich zurück an die schönen Orte.
Ich lieg auf der Lauer.

Deine Bilder an der Wand.
Alt und neu.
Was ich nicht bereu.
Deine Hand.

JB-02-2017

(nach dem Film: Blau ist eine warme Farbe, Regie: Abdellatif Kechiche)

Ein Tag für mich

Ein Tag für mich

Allein auf breiten Straßen gehen,
Die Sonne wärmt die Glieder.
Seh‘ Leute, wie sie anstehen,
Geh‘ vorbei, denk mir Lieder.

Gönn‘ mir Zeit und gönn‘ mir Licht,
Schenk allen mein Lächeln.
Getan ist die Pflicht,
Such Ruhe an schmalen Bächen.

Dann setz‘ ich mich und schreibe,
Mein Herz will sich auftun.
Wie ich still für mich bleibe,
Wie die Gedanken endlich ruh‘n.

JB-12-2016

Mental Treasures

Mental Treasures

Mein Schatz Fantasie
Mein Wort in Deinem Ohr
Wie ich falle im Traum
Genieße den Raum davor

Mein klingender Gang
Führt den steilsten Weg hinauf
Ein Seil hinab in den Wahnsinn
Wer will da schon hin, wach auf.

Und immer noch glaube ich an Träume
Wage einen Blick hinter den Spiegel
Trenne die Naht auf
Worte gibt es doch zu Hauf, unter dem Siegel

Träume von Verbundenheit
Seltsam wie schön das klingt
Wer mit sich streitet
Den Teufel begleitet und um Ganzheit ringt

JB-11-2016

himmel2

Heilsam

Heilsam

Ungeduldig steh‘ ich vor leeren Fenstern.
Will mich bessern, in die Welt entschlüpfen.
Mit unsichtbaren Wesen um die Wette hüpfen.
Denk nicht an morgen oder gar an gestern.

Mein Mahl war Arbeit und davon zu viel.
Nun sitz‘ ich: schreibe alles zu verdauen.
Kann mir selbst nicht über den Weg trauen.
Das Ganze ist kein Kinderspiel.

Doch Leuten zu begegnen und zu helfen,
Den Wunderheilern ihre Arbeit streitig machen.
Zu Schreiben, Lachen und noch and’re Sachen.
Das heilt die Wunden, geh ich unter Wölfen.

Und Morgen will ich neu beginnen.
Und jeden Tag danach aufs Neue geben.
Mein Helfen ist ein heilsam Beben.
So bleib ich ganz und auch bei allen Sinnen.

JB-09-2016

See mit Bäumen schwarz weiß

Ernte

Ernte

Ich hock in einer Grube,
Kein Häschen sagt Hallo.
Ich kann nicht richtig denken,
Verloren ist mein Flow.

Kein Wesen bringt mir Lieder.
Kein Mensch hält mich hier warm.
Wann kommt die Hoffnung wieder?
Verloren der heilige Schwarm.

Wann werd ich wieder tanzen?
Wann kehrt mein Glück zurück?
Will junge Bäume pflanzen,
Von denen ich bald goldne Äpfel pflück.

JB-08-2016

Brombeeren

zwielicht

zwielicht

ich bade im mondenlicht
erinnerung ist mir pflicht

berühre dich mit meinem zeh
in mir ein ganzer see

fühlen und wollen wie im traum
zwischen dir und mir ein weiter raum

einzeln und ganz wie ich bin
nur traum und lächeln im sinn

geh ins morgen, schau zurück
jonglier mit sorgen, verbrauche glück

sagen und schattentiere
sieh nur, wie ich friere

watte für ruhige stunden
heilung für offene wunden

morgen wird sonne sein
dann fühl ich mich nicht so allein

JB-08-2016

johannisbeeren am strauch

Zukunft

Zukunft

Ölgetränktes Leichentuch,
Land verwüstet, wie im Fluch.
Amokläufer in Terror gebadet,
Leben das schadet.

Wütendes Volkgrimmen,
Niemand lässt uns abstimmen.
Menschen, die nach unten treten.
Was hilft hoffen, was hilft beten?

Stockschläge, die uns trafen,
Nachrichten lassen uns nicht schlafen.
Gas verdrängt die Luft,
Zwischen den Menschen wächst die Kluft.

Will jetzt nach vorne sehen,
Will gutes in jedem Menschen erspähen.
Zusammen erwägen, wie es weitergeht,
Es ist noch nicht zu spät.

Sonne, Regen, Wind,
Hoffen wie ein Kind.
Tanzen in den Straßen,
Wissen wiederfinden, das wir vergaßen.

Worte ohne Härte zwischen dir und mir,
Wenn ich Vorurteile verlier‘.
Wege, die glücklich machen,
Kein Nutzen mehr für neue Sachen.

Freiheit zu tun und zu lassen,
Im Park Lieder zu verfassen.
Freundschaft zählt mehr als Geld,
Natur bedeutet uns die Welt.

Rad fahren in die Zukunft,
Alle sind glücklich in ihrer Zunft.
Lasst die Fahnen fliegen,
Lasst das Heute siegen.

Jedes Leben zählt,
Gier und Machtkampf abbestellt.
Gemüse wächst in den Städten,
Zusammen können wir uns retten.

JB-07-2016

Rose

Das Bunte Treiben

Das Bunte Treiben

Ob unter Menschen oder so für mich,
Ich spüre Leben aus allen Ritzen sprießen.
Die Zeit berührt mich sommerlich,
Seh‘ das Bunte Treiben mich um fließen.

Manchmal wird es mir auch zu viel.
Ich geh ins Haus; fang‘ an zu schreiben.
Wie für jeden Dichter beginnt das Spiel,
Was ich erlebt in Sätze um zu kleiden.

Die Kinder sehen alles neu,
Die Alten fragen viel.
Und alle geh’n heut ohne Scheu
Zusammen zu aufs Ziel.

Ich lass mich treiben, wie die Saat,
gestreut ins weite Feld.
Ich lobe mir so sehr die Tat,
Wenn sie Versprechen hält.

Ob Wald, ob See, ob Innenhof,
Die Leute halten Hitze aus.
Kalt wird es bald, so meint der Philosoph.
Heut macht sich niemand was daraus.

Ich halte hier den Hof der Worte.
So wie ich bin, verhöhne meine Fehler.
Mein Herz kennt viele schöne Orte,
Mein Kopf spielt in Gedanken den Erzähler.

JB-06-2016

Badesee mit Strand

Drei Funken

Drei Funken

Aufeinander zugehen,
Sich verschränken in allen Dingen.
Weise voraussehen,
Wissen, wie ich mit Dir klinge.

Aufpassen auf den klaren Funken,
Der uns am Leben hält.
Ist mir in den Bauch gesunken,
Das Licht bedeutet mir die Welt.

Du berührst das neue Leben,
Hand in Hand den ersten Schritt.
Wollen ihm Schutz und Wärme geben,
Das Los muss mit.

Tatkraft und Wissen,
Vernunft und Träumerei.
Leg Dich in die Kissen,
Die Zukunft zieht vorbei.

JB-06-2016

Obstbaum in Blüte

Damenwahl

Damenwahl

Anderswo nimmt er mich an die Hand.
Sagt meinen Namen und schon ist alles klar.
Die Liebesglocken läuten wunderbar.
Mit diesem Denken, lauf ich hier gegen die Wand.

Es ist an mir zu flirten und zu wählen.
Muss singen, wie der Amselhahn auf seinem Ast.
Hab manche Strophe schon verpasst.
Kann meine Erfolge an einer Hand abzählen.

Schau ich ihn an, so kuckt er in die Wolken.
Sag ich Hallo, ist er schon lange fort.
Ich lebe hier wohl im verkehrten Ort,
Wo alle Frauen ihre Männer wählen sollten.

Ich wachse Tag für Tag an diesem Umgang.
Ich gehe auf ihn zu und lad‘ ihn ein.
Erzähl von mir, nichts ist mir mehr geheim.
Vielleicht hab ich ja doch bald Anhang.

JB-05-2016

Auwaldweg

Schweigen

Schweigen

Hab gemerkt ich will schweigen
Will mich vor allem verneigen
Schon meiner Träume wegen,
Werden sonst zertreten.

Will tanzen, will schauen.
Wieder Brücken bauen.
Will sehen und wagen.
Etwas neues in die Welt tragen.

Alles wie aufgepfropt im Leben.
Jetzt sprich deinen Segen.
Will mich aus Unbill erheben.
An den besetzten Stühlen sägen.

Hier unter Eichen
Will nicht mehr weichen
Will meinen Namen sagen
Meine Geschichte weiter tragen

Will mich mit mir vereinen
Nicht mehr um Gestern weinen
Will die Schmerzen vertagen
Eure Worte ertragen

Will zur Milchstraße treiben
Euch Mögliches zeigen
Die Büchse neu befüllen
Die Erhabenheit spüren

JB-05-2016

waldweg auwald schwarz weiß

 

Blue

Blue

Another velvet morning
High above the multilingual sky
Stars speak to me
My answer is goodbye

I told you not to worry
I told you to speak true
I’m in an endless hurry
My thoughts are blue

If love is not the answer
If life is just to try
I dance with a thousand devils
My heart it wonders why

The cards I draw they whisper
My fate’s behind this door
I open it
And what I find is more

More dreams and paths and wonder
And more of a loving kind
Tomorrow is a question
The treasure is here to find

JB-02-2016

Die Kunst

Die Kunst

In mich hineinlächelnd,
Die Zeichen an der Wand zu deuten.
Ach, was für geheime Freuden,
Ein Bild wie meinen Traum zu deuten.

Schneeengel, Halsschmuck,
Kunst, die alle Wege ziert.
Damit die Menschheit nicht mehr friert.
Angst und Kummer an Boden verliert.

Ich träume, wenn ich Kunst beseh‘
Und Zeilen lese in dieser wirren Zeit.
Bilder schau, welch‘ hohes Geleit.
Bin dann von allem Hohn befreit.

Zeig mir ein Gemälde,
Ich sehe Dein Gesicht.
Ich frage und ich ford’re nicht.
S’ist immer Kür und niemals Pflicht.

JB-01-2016

Kritzelei Löwe