Narrenjahre

Dieses Zeitgefühl
Ein Schicksalsspiel
Ich tanze zu Unmöglichkeiten
Im Hunger der Gezeiten

Mahnmal vor Millionen
Will mich selbst schonen
Stolpere in ein Dilemma
Entscheidungen noch unklar

Ein Wort, das den Boden zerbricht
Stehe in meiner Pflicht
Mein Selbst nicht preiszugeben
Mir öfter zu vergeben

Erwartungen und Träume
Pflanze wieder Bäume
Aus Nussschalen baue ich Boote
Mit denen ich Tiefe auslote

Ich bin eine Frau, die fühlt
In der fruchtbaren Erde wühlt
Verschlossene Wut entfesselt
Wir haben uns so oft verzettelt

Das umso größer Alles scheint
Die Kraft, die uns eint
Ist Einfühlung und Akzeptanz
So sehen wir uns ganz

Das Heldentum ist abgewählt
Die Tage der Herrschaft sind gezählt
Da wird Turm zur Brücke verbaut
Neu wer lieben Augen traut

Traum wird Wahrheit
Mit offener Augen Klarheit
Begegne ich einem Wesen
Will in ihm lesen

JB-10-2018

 

Darüber hinaus

Was Ermächtigung für mich heißt:
Ich erkämpfe mir meine Freiheit (zurück)
Ich erprobe, wie weit ich gehen kann
Ich ertaste Grenzen und überwinde sie
Teste aus
Ich gehe, so weit ich kann
Und darüber hinaus

Was Ermutigung für mich heißt:
Mein Leben zu leben
Ein Beispiel zu geben
Wie es auch laufen kann
Krisen anzusprechen
Und wie ich sie durchlebt habe
Probleme zu erläutern
Und wie ich sie gelöst habe

Was Entstigmatisierung für mich heißt:
Eine Krise schwächt Selbstwert, Körper nicht zuletzt Geist und Seele.
Das Umfeld re-agiert oft aus Angst, Unwissenheit, Sorge und auch mal aus Ignoranz.
Schuld ist die Folge für mich, Scham ist die Folge für mich, Angst ist die Folge für mich, Rückzug ist die Folge für mich:
STIGMA

Ich hole mir meine Unschuld zurück, ich hole mir meinen Mut zurück, ich hole mir meine Luft zum Atmen zurück, ich hole mir meine Neugier zurück auf die Welt, auf mein Wesen, auf meine Gefühle.
All das ist für mich wichtig, um zu gesunden.
Und das ist möglich: Gesund werden an Geist und Körper. Auch in dieser Welt.
Und dann anderen zu helfen, daran zu glauben und darauf zu hoffen, dass es wieder besser wird.

Leuchturmlicht
Was auch geschehen ist, ich will nicht im Trüben schwimmen.
Was auch passiert, ich will leben und das selbstbestimmt.
Klare Sicht auf das Heute ist mein Ziel, das Gestern und das Morgen verschwimmen im Spiel
der Gefühlsgezeiten, will darunter nicht mehr leiden und den Faden weiterspinnen, der mein Schicksal lenkt.
Eingedenk, derer die helfen, die da sind, die zuhören, die aufstehen und einstehen für sich und andere.
Ich will nicht kaputt gehen am System, ich will es entern und meine Sicht der Dinge offenbaren.
So wie wir waren, das ist geschehen, so wie wir sein werden, das wird entstehen, egal wie auch immer wir planen.
Und darum, bin ich gefahren und bin gelaufen und angekommen im Lauf der Wesen und dem Fluss der Gefühle, ich dreh mich um mich, ja, aber auch um meine Lieben.
Dieser Kreislauf wurde von mir nun achtsam aufgeschrieben.
Ein Lied für die Seele, die aufsteht und geht, wenn es nicht mehr geht, die sich hinsetzt und ausruht, wenn nichts mehr um sie steht, die wächst, wenn es regnet, die im Wald spaziert um Ruhe zu tanken, die in der Stadt umherstreift, um zu tanzen, die die Welt sieht im Ganzen.
Und warum nicht Blumen gießen, die in den Himmel schießen?
Das Ziel: Will wie ein Leuchtturm mir den Hafen weisen, glühen und flimmern und weiter leben und träumen und schreiben, für andere Zeiten.

 

Zukunft 2

Statt Träumen, lernen sie gehorchen.
Der Pflug zieht tiefe Grabesfurchen.
Statt zu zu hören, lernen sie zu streiten.
Wie sie Trauer und Wahnsinn verbreiten.
Statt teilen, lernen sie: Uns soll alles gehören!
Sie bauen nichts auf, wenn sie Fremdes zerstören.
Statt denken, lernen sie zu nachzubeten,
Sie buckeln nach oben, wenn sie nach unten treten.

Da macht dann Neues Panik,
Für sie ist Vernunft ein Trick.
Die Angst sitzt ihnen im Nacken,
Wenn sie Lüge mit Lüge verpacken.
Für sie heißt jeder Tellerrand „Gefahr“,
Rechts macht sich Courage rar.
Und der Hass blüht grau in den Köpfen,
Den zu viele als Wert abschöpfen.
Der Horizont ist ihnen zu bunt mit Regenbogen,
Sie sind irgendwann falsch abgebogen.

Untergang überall, wenn es so bliebe.
Doch Menschen feiern auch Unterschiede.
Habt ihr den Hut auf, setzt ihn ab.
Seht nicht auf andere herab.
Sagt eure Meinung ohne Blatt vorm Mund,
Wie Kinder tut die Wahrheit kund.
Wir wollen für Liebe und Freiheit einstehen lernen,
Uns nicht mehr um die eigene Furcht scheren.
Nationen sind Schatten unserer scheinbaren Teilung.
Grenzen sprengen bedeutet einfach Heilung.
Kein Staat ist so wichtig, dafür zu hetzen, zu verletzen und zu morden.
Die Welt sei ein Garten für die liebenden Horden.
Ein Netz aus Hoffnung spannt sich um die Welt,
Wo keine Herkunft mehr zählt.
Kontrolle und Macht sind Werkzeuge der Angst.
Niemand muss herrschen, wenn die Menschheit tanzt.

JB-05-2018

Nach der Dokumentation „Wildes Herz“ https://vimeo.com/242564652

Sinneswahr

Sinneswahr

Das Vernehmen ist nicht einvernehmlich
Die Sinne selektiv
Was ich spüre ist Raum
Was Du erfährst ist Enge

Auftrieb und Abrieb der Gedanken
Stille ist selten
Der Vorwand zu Hören
Ein neues Lied

Gehen, Steinchen unter mir
Der Fuß sprüht Funken
Schwimmen, eingehüllt
Mein Nächster berührt

Nebenbei oder einzig schmecken
Ersatz für so Vieles speisen
Auf Reisen Würze entdecken
Erinnerung an Münder

So müde meine Augen
Hab so viel gesehen
Ohne aufzunehmen
Der Traum zerrt an mir

Trau dich zu tanzen
Spür dem Schwingen nach
In Umgrenzung aus Körpern
Musik durchdringt

JB-10-2017

Wachstum 2

Wachstum 2

Du bist alles was mir fehlt.
Ich suche und ich finde,
Wenn ich mich dann binde,
Ist mein Wille das was zählt.

Nicht verletzen.
Schätze heben.
Netze weben.
Freundschaft schätzen.

Träumend wachen.
Unter Wasser atmen.
Die Liebe beim Namen nennen.
Zusammen lachen.

JB-03-2017